Symi ist eine kleine Dodekanesinsel nordwestlich von Rhodos mit einer Fläche von ca. 70 km2 und ist bekannt als Schwammtaucherinsel. Die Schwammtaucherei und der Bau von Holzsegelschiffen waren wichtige Erwerbsquellen für die Einheimischen und brachten Wohlstand, was die stattlichen Herrschaftshäuser erklärt. Leider wurden die Naturschwämme durch Kunstschwämme und Holzsegler durch Dampfschiffe ersetzt, sodass viele Insulaner ihre Heimat verlassen mussten, da sie keine anderen Erwerbsmöglichkeiten hatten. Tourismus bringt inzwischen Einkommen. Man kann sich nerven über die grosse Zahl an Tagestouristen, aber sie ermöglichen immerhin, dass Einheimische ein Einkommen hier auf der Insel haben und nicht auswandern müssen.
Die Einfahrt in den Hafen von Symi ist wunderschön und sehr eindrücklich: stattliche pastellfarbene Häuser ziehen sich um die Bucht herum und den Hügel hinauf. Die Häuser unten in der Bucht gehören zum Hafenort Gialos, die oberen Häuser am Hang bilden das Oberdorf Chorio. Mehrstöckige Kapitänshäuser mit roten Ziegeldächern lassen die ehemalige Pracht Symis erahnen. Leider sind einige der Archontika (=Herrnhäuser) am Zerfallen, einige werden glücklicherweise wieder sehr stilvoll renoviert. Gialos steht unter Denkmalschutz und zählt zu einem der schönsten Orte Griechenlands.
In Gialos geht es tagsüber oft sehr lebhaft zu, denn Symi ist ein beliebtes Ausflugsziel ab Rhodos und so kommen einige Touristen als Tagesauflügler auf Bootsausflügen hierher. Dennoch lohnt sich der Besuch von Gialos unbedingt. Man findet einige malerische Ecken, nur sollte man dazu die Hauptgassen und die Hafenpromenade verlassen und auch etwas in den Quergassen und hinteren Parallellgassen bummeln. Mir sind zum Beispiel die steilen Treppengassen (mit einem unglaublichen Gewirr an Kablen) und die kräftigen Farben aufgefallen.
Immerwieder begegnet man Schwämmen, die hier sehr erfolgreich verkauft werden. In den Geschäften werden einem auch die Unterschiede der Schwämme (Farbe, Härte usw) erklärt. Ein ideales Mitbringsel.
Gialos zieht sich mit seinen Häusern um die Bucht herum, am Quai steht der 1881 erbaute Uhrturm. Hier findet man zahlreiche Schwammgeschäfte, Souvenirshops, Cafés, Tavernen und Restaurants. In den Nebengassen wird es etwas ruhiger. Gegen die rechte Seite der Bucht liegt eine Art Dorfzentrum, auch hier findet man einladende Tavernen (auch etwas zurückversetzt von der Hafenstrasse). Ebenfalls beginnt hier die "Kali Strata", die "gute Strasse", der Treppenweg, der vorbei an schönen (teilweise verfallenen) Herrenhäuser hinauf in den oberen Dorfteil von Chorio führt (auch ein Abstecher wert!).
Besonders schön ist Symi gegen Abend, wenn die Tagesausflügler wieder abgereist sind. Man kann auf Symi ruhig ein, zwei Nächte bleiben! Unterkunft findet man zum Teil in hübsch umgestalteten traditionellen Herrenhäusern. Tavernen gibt es auch genug. Man kann wandern, den Nachbarort Pedi besuchen, zum Wallfahrtskloster Panormitis pilgern, das karge Inselinnere entdecken....
Nach Symi gibt es gute Bootsverbindungen ab Rhodos und Kos.