Naxos-Stadt erstreckt sich amphitheatralisch vom Hafen hoch bis zur venezianischen Burg. Da es der Hauptort der Insel ist, wird es auch Chora genannt. Malerische enge Gassen, Arkaden, überdachte Durchgänge und ein Gewirr von Treppengassen führen hinauf zum Kastro, vorbei an herrschaftlichen Häusern mit alten Fassaden und Wappenzeichen. Das Kastro wurde 1260 von venezianischen Herzögen errichtet, es war von einer 3 m hohen Burgmauer und 7 Türmen geschützt. Im Areal der Burg befindet sich die ehemalige Klosterschule, in welcher 1869 der berühmte Schriftsteller Nikos Katzanzakis, der Verfasser von "Alexis Zorbas" den Unterrricht besucht hat.
Parallel zum Meer verläuft die Promenade, die Paralia. Dort - und in den Nebengassen - findet man zahlreiche Geschäfte (unter anderem wird hier der bekannte Likör Kitron verkauft, der aus Blättern des Zitronatzitronenbaums hergestellt wird), Ouzerien, Tavernen, Eisdielen, Cafés, Banken, Schiffsagenturen, Kioske, Souvlaki-Buden usw. Hier bummeln und flanieren auch die Einheimischen! Bei jedem meiner Naxos-Besuche darf ein Spaziergang entlang der Promenade und ein Ouzo mit Meze in einem der traditionell gebliebenen Lokal nicht fehlen.
Wenige Gehminuten südlich schliesst sich der Ortsstrand Agios Georgios an, ein ca. 1 km langer, flachabfallender Strand, der sich nachher zu einer Art kleiner Dünenlandschaft Richtung Halbinsel Stelida und Flughafen entwickelt. Am Strand gibt es Lirgestuhlverleih, Bars, Restaurants, Minimarkets, Wassersportmöglichkeiten. Da es der Ortsstrand ist, ist er dementsprechend gut besucht. Agios Georgios ist eine Art flache Lagune, also nicht gerade DER Traumstrand in Naxos. Aber es ist natürlich vorteilhaft, so nah praktisch mitten im Ort einen Strand zu haben.
Wenn man in den Hafen von Naxos einfährt, erblickt man gleich das Wahrzeichen von Naxos, die Portara, ein monumentales Marmortor, 6 m hoch und 3,5 m breit. Es ist der letzte Rest eines riesigen Tempels, der Apollon geweiht war. Der Tempelbau wurde im 6. Jh. begonnen, aber nie vollendet. Besonders zur Sonnenuntergangszeit ist die Portara ein beliebtes Ziel, wenn nämlich die Sonne durch das riesige Tor versinkt.
Hinter der Portara stadtauswärts kommt man zum schneeweissen Kirchlein Agios Georgios, das an einen Felsen hinklebend erbaut ist. Der Spaziergang hinauf lohnt sich, man geniesst einen schönen Blick auf die "Hinterseite" von Naxos-Stadt und das Kastro.