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Kastelorizo
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Kastelorizo (griechisch Καστελόριζο (n. sg.), auch Kastellorizo Καστελλόριζο, ital. Castelrosso ‚rote Festung‘, sowie Megisti Μεγίστη, die ‚Größte‘ und davon türk. Meis) ist eine griechische Insel rund drei Kilometer vor der türkischen Küste. Sie liegt 120 km östlich von Rhodos und bedeckt 9,11 km². Mit einigen umliegenden Inseln und Felsen bildet sie die mit rund 12 km² kleinste Gemeinde der Präfektur Dodekanes und die östlichste Gemeinde Griechenlands.

Nach dem Anschluss des Dodekanes an das moderne Griechenland wurde der antike Name der Insel, Megisti (griechisch Μεγίστη, nach einem mythischen ersten Siedler namens Megisteas) als offizielle Bezeichnung eingeführt[3]. Aufgrund der geografischen Nähe wurde sie auch von der Türkei beansprucht.


Geschichte
Die Insel war bereits in antiker Zeit besiedelt, wie die Ruinen der im Landesinneren gelegenen alten Hauptstadt Paleokastro bezeugen. Mit dem übrigen Griechenland gehörte Kastelorizo zum Reich Alexanders des Großen, zum Römischen Reich und zum Byzantinischen Kaiserreich. 1306 wurde die Insel durch Ritter des Johanniterordens aus Rhodos erobert, die die Insel zu einer mächtigen Festung ausbauten, was nach einer von mehreren Theorien zur Etymologie der Insel ihren jüngeren Namen gegeben haben soll, denn das Gestein des Kastells war von rötlicher Färbung.

Zu den Eroberern der nächsten Jahrhunderte gehörten ägyptische Sarazenen und Franken. 1552 fiel Kastelorizo an das Osmanische Reich. In der Folge erfreuten sich die Bewohner religiöser, kultureller und wirtschaftlicher Privilegien, und so stieg die Handelsflotte der Insel zur größten des Dodekanes auf.

Im Ersten Weltkrieg wurde die Insel am 28. Dezember 1915 von französischen Truppen besetzt. Bis Kriegsende wurde die Insel häufig vom türkischen Festland aus beschossen. Am 11. Januar 1917 wurde dabei das englische Flugzeugmutterschiff HMS Ben-my-Chree versenkt; 1921 wurde es geborgen und verschrottet.

1922 kam die Insel unter italienische Verwaltung. Die Italiener, die bereits seit 1912 über die anderen Inseln des Archipels herrschten, traten auf Kastelorizo als Kolonisten auf und waren unter der Bevölkerung entsprechend unbeliebt. In dieser Zeit wanderte ein großer Teil der Bewohner der Insel aus, vor allem nach Australien. Unter der italienischen Besatzung diente die Hafenbucht Kastelorizos Wasserflugzeugen der Alitalia und Air France in den 1930er-Jahren als Zwischenstopp auf Flügen nach Afrika und in den Nahen Osten.

Im Zweiten Weltkrieg versuchten die Briten Anfang 1941 erfolglos mit der Operation Abstention die Insel zu erobern. Erst im September 1943 nach der Kapitulation Italiens konnten sie Kastelorizo besetzen. Die verbleibenden Inselbewohner wurden evakuiert bzw. zum Verlassen der Insel genötigt und wurden über Zypern, Ägypten und Palästina verstreut. Im Sommer 1944 wurde Kastelorizo während eines deutschen Angriffs von den Briten aufgegeben. Bei diesem Rückzug fing ein Munitionslager Feuer; die Explosion zerstörte mehr als die Hälfte der Häuser auf der Insel.

Mit dem Kriegsende 1945 wurde Kastelorizo ein Teil Griechenlands. Rund 300 der zuvor umgesiedelten Bewohner wollten im Oktober desselben Jahres auf die Insel zurückkehren. Bei einem Feuer auf ihrem Schiff kamen jedoch 35 Menschen um. Als die Überlebenden zwei Monate später die Insel erreichten, fanden sie ihre Häuser zerstört und geplündert vor. Viele von ihnen entschlossen sich endgültig zur Auswanderung.

Im Jahr 1920 hatte Kastelorizo noch rund 20.000 Einwohner, heute sind es etwa 250. Sie werden mit beträchtlichen Subventionen vom griechischen Staat unterstützt, um türkischen Gebietsansprüchen entgegenzutreten. Zum Symbol griechischer Beharrlichkeit wurde Despina Achladioti, die „Frau von Ro“. Diese Schäferin war die einzige Bewohnerin der winzigen Insel Ro, die westlich von Kastelorizo liegt. Bis zu ihrem Tod 1982 hisste sie jeden Morgen in Sichtweite der türkischen Küste die griechische Fahne und holte sie abends wieder ein.

In Australien leben heute rund 10.000 Nachkommen der Inselbewohner und sind dort als „Kassies“ bekannt.


Kastelorizo heute

Der Hauptort der Insel glich noch vor zwei Jahrzehnten größtenteils einer Geisterstadt. Seitdem wurden auf der Insel aber viele alte zerfallene Bauten wieder zu neuem Leben erweckt. Unter den eingewanderten Ausländern sind viele Italiener. In jüngster Zeit läuft auch ein bescheidener Tourismus auf der Insel an. Der Ortskern am Hafen ist zum Teil aufwändig restauriert – auch mit Hilfe staatlicher Mittel –, die Ruinen um ihn herum sind überwuchert und fallen kaum ins Auge.

In den letzten Jahrzehnten des 20. Jahrhundert hat der griechische Staat aus politischen Gründen (Hoheitskonflikt mit der Türkei) unverhältnismäßig viel Geld in die Insel investiert, so dass beispielsweise die Betreuung der wenigen Schüler und die ärztliche Versorgung besser waren als auf vielen größeren griechischen Inseln. Auch die Fähr- und Flugverbindungen waren bzw. sind subventioniert, um den Verkehr zur Insel und deren Versorgung sicherzustellen.

Auf Kastelorizo wurde der Film Mediterraneo gedreht.
Koordinaten:
36° 9′ N, 29° 35′ O
Präfektur:
Dodekanes
Fläche:
11,978 km²
Einwohner:
430 (2001)
Sitz:
Megisti
Website:
www.megisti.gr

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Megisti - die größte Kleinste
KASTELORIZO
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Megisti - die größte Kleinste
Neulich (April 2010) hat der griechische Ministerpräsident Papandreou vor malerischer Postkartenkulisse die Krise und Notwendigkeit der Inanspruchnahme von EU-Hilfe verkündet. Vor der malerischen Kulisse der Insel Kastel(l)orizo, Griechenland östlichster Insel. So weit östlich, dass sie auf den meisten Griechenlandkarten gar nicht mehr eingezeichnet ist: 120 Kilometer östlich von Rhodos. Aber nur 3 Kilometer vor der türkischen Küste und der Stadt Kaş.

Etwa 9 Quadratkilometer ist Kastellorizo groß, nicht gerade üppig. Trotzdem ist ihr Name auch „Megisti“, was „die Größte“ heißt…. Größe ist eben relativ, Kastellorizo ist die Größte in einem Inselarchipel an (von Militärstützpunkten abgesehen) unbewohnten Klein- und Kleinstinseln.

Die Glanzzeiten von Kastellorizo sind vorbei. Im 19. Jahrhundert und bis Anfang des 20. Jahrhundert hatte die Insel über 10.000 Einwohner und eine Handelsflotte von über 300 Schiffen. Die kleinasiatische Katastrophe mit der italienischen Besatzung ab 1922 und ein Erdbeben 1926 sorgten für starke Abwanderung, 1941 brannte der evakuierte Ort fast vollständig ab. Nur wenige Einwohner kehrten deshalb zurück.

Heute wohnen auf Kastellorizo im einzigen gleichnamigen Ort etwa 200 Menschen, und es gibt einen großen Militärstützpunkt mit über 100 Soldaten. Die neoklassizistischen Häuschen um die rechteckige Hafenbucht bieten einen einmaligen Anblick, es gibt wenige Orte in Griechenland, die besser geeignet sind, die Seele baumeln zu lassen. Denn viel tun kann man auf Kastellorizo nicht: nennenswerte Strände gibt es auf dem Felseneiland nicht, und die 4 Kilometer asphaltierte Straße führen nur zum Flughafen. Die Startbahn ist nur 800 Meter lange, aber es gibt fast täglich einen Flug von und nach Rhodos – subventioniert vom Staat kostet er mal gerade 28 Euro und dauert 25 Minuten. Länger braucht die Fähre: etwa 4 Stunden ab Rhodos. Schneller geht es von der Türkei, was zwar vom griechischen Staat nicht gerne gesehen wird, aber der kleine Grenzverkehr läuft bestens – in der Saison kommen täglich zwei Ausflugsboote von Kaş, und die Griechen kaufen die frische Ware auch lieber in auf dem Markt dort.

Was also tun außer in einem der Cafés oder Tavernen sitzen? Man kann sich mit einem Boot in die „Blaue Grotte“ bringen lassen. Das lykische Grab bewundern, oder in eines der beiden Inselmuseen gehen. Die über 400 Stufen zur Hochebene hinaufsteigen und zum verlassenen Kloster Agios Giorgos wandern. Außer dem namensgebenden „roten Kastell“ direkt im Inselort gibt es noch eine alte Burgruine - das Paleokastro, das auf dem zweithöchsten Inselberg liegt (auf dem höchsten, dem „Vigla“ sitzt das Militär…). Schon zu dorischer Zeit war das Paleokastro eine Stadt, Zyklopenmauern zeugen noch davon. Und der Blick ist einfach toll von hier aus! Mit den verstreut darauf liegend Kapellen ein schönes Fotomotiv.

Fotografieren – ja, auch das kann man hier reichlich. Der Ort ist farbenfroh. Durch mehr oder weniger verfallene Gassen schlendern. Katzen beobachten. Die Atmosphäre und Gastfreundlichkeit der Einheimischen genießen. Ins Gespräch kommen – man trifft sich hier immer wieder. Entspannen, sitzen, gucken.

Kastellorizo – eine ganz ruhige Insel, am Rande Griechenlands. Aber eine Insel zum Wiederkommen. Mit Suchtcharakter.

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