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Astypalea
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Astipalea stand schon seit langem auf meiner Besuchsliste, nur sind die Fährverbindungen eher spärlich, sodass es bis anhin nie klappte. Dieses Mal jedoch hatte Astipalea oberste Priorität und das restliche Inselhüpfprogramm haben wir so darum herum zusammengestellt, dass endlich ein Besuch auf Astipalea möglich war. Und es hat sich absolut gelohnt! Die Chora ist eine der schönsten, die mir bis anhin begegnet sind. Weisse Würfelhäuser ziehen sich den Hang hinauf, und auf der Hügelspitze thront majestätisch das Kastro, aus dessen braunen Steinmauern blaue Kirchenkuppeln hervorschauen. Ein wunderschönes Bild! Auch der Hafenort Pera Gialos mit seinen gepflegten Tavernen und Cafés, der kleinen Fussgängerzone, dem sauberen Ortsstrand und dem herrlichen Blick auf Chora hat uns sehr gut gefallen. Der Rest der Insel ist bis auf das fruchtbare Tal von Livadi sehr karg. Zur Erkundung braucht man bei diesen schlechten Strassen (hauptsächlich Schotterstrassen) einen Jeep, und genaue Strassenkarten oder Schilder existieren nicht. Dennoch haben wir ein paar herrliche abgelegene Buchten und idyllische Kirchlein entdeckt. Das Highlight Astipaleas aber ist seine wunderschöne Chora – man kann sich mit Fotografieren kaum zurückhalten.
Koordinaten:
36° 33′ N, 26° 21′ O
Präfektur:
Dodekanes
Fläche:
114,077 km²
Einwohner:
1.238 (2001)
Sitz:
Chora Astypalea
Website:
www.astypalaia.gr

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Das Kastro von Chora
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Archäologische Stätte  
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Das Kastro von Chora

Majestätisch thront das Kastro auf der Hügelspitze über Chora. 1207 kam Astipalea unter die Herrschaft der Venezianer und Giovanni  I Querini liess das Kastro erbauen – auf den Ruinen eines vorherigen byzantinischen Kastros und der ehemaligen Akropolis. Erst unter Giovanni IV Querini wurde die Burg 1413 beendet. Die mächtige Festung sollte Schutz vor Piratenüberfällen bieten, sie war eine befestigte Siedlung. Die Wände der äusseren Häuser dienten gleichzeitig als Mauer, sie waren hoch und wuchtig mit nur kleinen Fensteröffnungen. Es wohnten einmal 4000 Einwohner innerhalb des Kastro, die Querini-Familie lebte im Turm beim Eingang. Ab 1830, als Piratenüberfälle keine so grosse Bedrohung mehr waren, begann die Abwanderung aus dem Kastro. Der eine Reiseführer sagt, die letzten Bewohner verliessen 1953 das Kastro, als durch ein starkes Erdbeben die Steinhäuser zusammenfielen. Innerhalb des Kastro sind nur noch Ruinen der Häuser erhalten. Zur Aussenwand hin sind einige der mehrstöckigen Häuser noch etwas besser erhalten. Schön ist auch ein Blick durch die Fenster- und Türöffnungen der Häuserruinen – man sieht Richtung Livadi, Pera Gialos und auf das Meer und die vorgelagerten Inselchen.
Man betritt das Kastro durch eine Art Tunnel und gelangt neben der Kirche Panagia tou Kastrou (Heilige Jungfrau der Burg) ins Innere der Burganlage. Die schneeweisse Kirche wurde 1853 erbaut, auf der Stelle, wo der Wohnturm der Querini-Familie gestanden hatte. Schön heben sich die weissen Wände und die blaue Kuppel von den umgebenden braunen Steinwänden ab. Die zweite Kirche in der Anlage ist die Agios Georgios-Kirche (Heiliger Georg). Diese Kuppelbasilika wurde 1790 erbaut.
Es lohnt sich, zu allen Seiten des Kastro die Aussicht zu geniessen. Besonders hübsch ist der Blick über die Würfelhäuser von Chora hinunter zur Hafenbucht von Pera Gialos.
Der Aufstieg zum Kastro ist ein MUSS für jeden Astipalea-Besucher, finde ich. Schliesslich ist man doch neugierig, was sich innerhalb der mächtigen Mauern verbirgt. Verwinkelte Gassen führen durch die Chora zum Eingang des Kastro – auch das ist schon ein Bummel wert!
Auch in der Umgebung der Kirche Panagia Portaitissa, die ausserhalb der Kastromauern liegt, erkennt man klar, wie wuchtig die Mauern einst gewesen sind. Beim senkrecht hochschauen wird einem fast schwindlig.
Wir waren gegen Abend im Kastro und waren ganz alleine dort. Ein sehr friedlicher und idyllischer Ort zum etwas Sein und gemütlich zu sitzen.

 
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Das Agios Ioannis Prodromos-Kirchlein
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Das Agios Ioannis Prodromos-Kirchlein

In einem (schon ziemlich älteren) Wanderführer hatten wir von einer Wanderung ab Chora zum Agios Ioannis-Kirchlein gelesen – eine Tagestour. Nur war es bei unserem Besuch im Juli schrecklich heiss, die Landschaft karg und kahl und schattenlos und die Distanzen ziemlich weit. So verzichteten wir aufs Wandern.  Auf dem Foto im Wanderführer sah das Kirchlein aber sehr malerisch aus. So mieteten wir einen Jeep und machten uns auf in den  einsamen Westteil der Insel. Ein Jeep war absolut nötig bei diesen rauhen Schotterstrassen. In der Nähe der Abzweigung zum Profitis Ilias Kirchlein auf einer Hügelspitze fanden wir die gegenüberliegende Abzweigung Richtung Agios Ioannis. Plötzlich tauchte das weisse Kirchlein vor uns auf – ein sehr schöner Anblick! Die einsam gelegene Kirche umgeben von eindrücklicher Landschaft.  Das Kirchlein liegt am Hang, flankiert von den abrupt abstürzenden Felswänden des Ilias-Gebirges (277 m). Tief unten das blaue Meer. Eine Schlucht führt hinunter, gesäumt von Feigen- und Olivenbäumen.
Agios Ioannis ist eine Kreuzkuppelkirche, deren Bau aber an die Hanglage angepasst ist. Die eine Seite wurde fast in den Hang hinein gebaut, ist also auf eine Art tief gebaut. Die Kirche ist fensterlos, es gibt nur einen schmalen Spalt in der Kuppel. Das Dach der Kuppel ist verblasstes Hellblau, die Kirche leuchtet schneeweis sin der bräunlichen Landschaft. Ein sehr harmonisches Bild, das Ensemble von Kirche, Felshang, Flusstal und Meer.
Neben der Kirche befindet sich ein schneeweisses Würfelhaus. Wir vermuten, dass von dort, um eine Art Garten herum, ein Pfad das Flusstal hinunterführt zu einem schönen Strand (was man von oben her sehen konnte). Was wir aber leider nicht ausprobiert haben, obwohl die Bucht sehr verlockend aussah!
Rechts vor dem Kirchlein steht ein Schild, ein brauner Kulturwegweiser mit der Aufschrift kastro. Angeblich soll es dort Ruinen einer Festung geben – die wir aber nicht richtig ausfindig machen konnten. Es war sowieso etwas seltsam auf Astipalea. Mehrmals sahen wir Kulturwegweiser, sind diesen gefolgt, haben aber die Sehenswürdigkeiten  nicht gefunden (Mosaike, Basilika,…) ?! Und wir hatten irgendwie den Eindruck, dass die Insel einmal eine grössere Anzahl Schilder mit der Aufschrift Kastro geliefert bekommen hatte und diese nun grosszügig über die Insel verteilt aufgestellt wurden – auch wenn nicht unbedingt Kastro Spuren ersichtlich waren  (smile).
Aber das Agios Ioannis Kirchlein ist wirklich hübsch gelegen in malerischer Umgebung und ist in dieser einsamen Gegend sicher einen Abstecher wert, gut kombinierbar mit einem Besuch des Profitis Ilias Kirchlein auf dem Hügel in der Nähe.

 
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Das Monastiri Panagia Flevariotissa
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Das Monastiri Panagia Flevariotissa

Die Klosteranlage liegt sehr einsam im ebenfalls einsamen Nordwesten der Insel. Nachdem wir längere Zeit durch karge Landschaften gefahren waren, war es eine Wohltat, plötzlich das weisse Kloster zu entdecken. Beim Kloster führt ein Flusstal vorbei mit etwas Vegetation. Etwas weiter oben muss es eine Quelle geben. Wie ich gesehen habe, wohnen Leute beim Kloster, vermutlich die Bauern, die die grossen Ziegenherden dort betreuen. Es wimmelte von Ziegen, man hörte und roch sie ziemlich gut…Ein Treppenstufenpfad führt zur schneeweissen Kirche im byzantinischen Stil, die im Innern schön ausgeschmückt ist. Links befindet sich  - innerhalb der Kirche – eine Art Höhlengrotte im Fels, die ebenfalls als heilige Stätte verehrt wird. Um die Ikone der Panagia sind viele Votivtäfelchen und Dankesgaben aufgehängt.
Das Fest zu Ehren der Panagia Flevariotissa findet am 2. Februar statt. Gemäss den einen Angaben auf der Karte befindet sich das Kloster ca. 16 km von Chora entfernt.
Auf der Karte vom Touristoffice ist ein Wanderweg ab dem Kloster zur Pachia Ammos-Bucht eingezeichnet. Wir haben kurz geschaut, waren aber nicht ganz sicher, wo der Weg losgeht. Ausserdem hatten wir den Eindruck, dass es doch ziemlich weit ist (und es war so heiss). So setzten wir unsere Tour im Jeep fort. Kann jedoch sein, dass Pachia Ammos eine ganz nette Bucht ist.

 
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Das Profitis Ilias Kirchlein
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Das Profitis Ilias Kirchlein

Im einsamen Westteil von Astipalea, auf der Schotterstrasse Richtung Panormos-Bay, nahe der Abzweigung nach links zum Agios Ioannis Prodromos-Kirchlein, geht es rechts den Hügel hoch zum etwas weiss verblassten Profitis Ilias Kirchlein. Wir sind hingefahren, weil uns die Lage des Kirchleins auf dem Hügel gefiel. Die Aussicht von dort ist sehr schön. Man sieht über die Hügelzüge Richtung Flevariotissa-Kloster, zum Meer und den vorgelagerten Inselchen und über die kargen Hügelzüge und Talsenken dieses Westteils der Insel. Aufgrund der Bienenkörbe und der zahlreichen Thymianpflanzen schliessen wir, dass hier auf Astipalea sicherlich feiner Thymianhonig produziert wird.
Ds Kirchlein war offen. Innen ist es schlicht, schön geweisselt, mit wenigen Ikonen. Ein gemütliches Fleckchen auf dem Hügel mit schöner Aussicht. Wir genossen für einige Zeit die Ruhe, die Sicht, den Thymianduft, das Gebimmel der Ziegelglocken, die Farben weiss, blau und beige,…

 
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Das windumbrauste Agios Georgios Kirchlein im Westen
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Das windumbrauste Agios Georgios Kirchlein im Westen

Wir hatten 4 verschiedene Inselkarten mit uns, jede war etwas anders…. Nur eine davon hatte eine Verbindungsstrasse vom mittleren Teil des Westflügels hinunter nach Kaminakia Bucht eingezeichnet.  Schon von weitem her hatten wir ein schneeweisses Kirchlein entdeckt, das uns reizte. Rechts daneben thronten Antennen auf dem Berg. Wir vermuten, dass dies der 482 m hohe Vardia-Berg ist (nur auf einer der Karten eingezeichnet). Wir öffneten das Ziegengitter an der Strasse und fuhren den Berg hoch. Gleich über dem Sattel liegt ein Bauernhof (= Mantra), dort liessen wir das Auto stehen und nahmen den kurzen, gut geweisselten Pfad hinauf zum Kirchlein. Die Lage ist toll hoch oben an der Krete, mit super Aussicht. Anhand der Ikonen im Kirchlein tippe ich auf das Agios Georgios Kirchlein, so eines ist auch auf einer der Karte vermerkt. Neben dem Kirchlein steht ein grosses weisses Kreuz. Eine ziemlich windumbrauste Lage, aber ein super Blick hinüber zum entfernten Chora, zum Tal von Livadi mit dem Stausee, über Hügel und Meer, Buchten und Inselchen.
Uns gefiel das Kirchlein vor allem wegen seiner Lage. Auf sehr steiler und schlechter Schotterstrasse kamen wir oberhalb einer Art Flusstal den Berg hinunter. Wieder mussten wir ein Ziegengitter öffnen. Dort war die „Kreuzung“, wo es rechts zum wunderschönen Kaminakia Beach geht, links Richtung Teerstrasse und Chora. Diese Tour hoch zum Kirchlein und auf der anderen Seite den Berg runter ist nur mit einem Jeep zu befahren.

 
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Der Hafenort Pera Gialos
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Der Hafenort Pera Gialos

Pera Gialos, auch Skala genannt, ist der Hafenort von Astipalea. Aber Achtung, die grossen Fähren der Blue Star laufen nicht mehr diesen Hafen an, sondern den „neuen Hafen“ von Agios Andreas. Wobei die Bezeichnung neuer Hafen etwas hochgegriffen ist, es gibt in dieser Einöde der kargen Hügelzüge nur gerade die Hafenmole und ein Café, wo sich auch der Schalter für Schiffstickets befindet. Wir haben schön gestaunt, als wir hier anlegten (und ich das Bild vom Einlaufen in Pera Gialos mit Blick auf die wunderschöne Chora  vor Augen hatte – und dann landeten wir im Nichts von Agios Andreas…). Blue Star legt hier an, weil sie dann nicht um die ganzen Inselflügel nach Pera Gialos rumfahren müssen – so verkürzt sich ihre Reisezeit. Einzig das Schiff Nissos Kalymnos legt noch direkt in Pera Gialos an (Stand Juli 2010).
Pera Gialos ist ein herziger, gemütlicher Ort. Es liegt um die Bucht herum, dem Fusse des Hügels, wo sich die weissen Häuser des Hauptortes Chora sowie das Kastro auf der Hügelspitze anlehnen. Treppenwege führen von Pera Gialos hinauf nach Chora. Wunderschön ist natürlich der Blick vom Hafen auf die äusserst malerische Chora.
In Pera Gialos gibt einige Zimmervermietungen, kleine Hotels, Cafés und Tavernen. Einige der Unterkünfte liegen am Eingang des Dorfes nahe dem kleinen Ortsstrand, weitere unter anderem  in der Nähe der Hafenmole.
Es gibt eine kleine Fussgängergasse oberhalb des Ortsstrandes, dort liegen schön nebeneinander Tavernen, Cafés und Geschäfte. Überdachte Terrassen und der geruhsame Blick über den Strand hin zur Bucht und den Fischerbooten versprechen ein gemütliches Sitzen. Weitere Lokale gibt es auch Richtung Hafenmole.
Vom Hafen aus gibt es im Sommer Bootstouren zu Stränden von Astipalea und zu vorgelagerten Inselchen.
In Pera Gialos findet man Minimarkets, Glacé-Verkäufer, Autovermietungen, eine Bank mit Bancomat, ein Büro für Schiffstickets, und wie gesagt einladende Tavernen und Cafés. Die Bushaltestelle befindet sich bei der „Kreuzung“ zwischen Fussgängerzone und Strasse zwischen Hafen und dorfauswärts (nähe Kafenio/Patisserie und Supermarket). Busverbindungen nach Chora und Livadi sowie nach Maltezana (etwas häufigere Verbindungen zur Hochsaison). Für die Fährabfahrten ab dem neuen Hafen Agios Andreas gibt es normalerweise Busverbindungen, sich aber vorher nochmals erkundigen! Ansonsten gibt es auch ein paar Taxis auf der Insel. Post und Touristoffice befinden sich oben in Chora. Eine Tankstelle wenig ausserhalb von Pera Gialos an der Strasse nach Maltezana, eine weitere an der Strasse von Chora hinunter nach Pera Gialos (Zufahrt nur von Chora her). Pera Gialos (wie auch Chora) erscheinen sehr gepflegt, sauber. Die Leute schauen zu ihren Häusern, die Lokale haben einen guten Stil (nicht so „billig“ und auf Massentourismus aus).
Der kleine Ortsstrand in Pera Gialos ist ein Gemisch aus Sand/Kies mit einigen Steinen. Das Wasser ist klar und einladend. Am Strandrand hat es einige Tamarisken für Schatten.
Wir haben uns sehr wohl gefühlt in Pera Gialos und hatten den Eindruck, am idealsten Ort der Insel zu wohnen. Man ist zentral, ist schnell oben in der hübschen Chora, hat im Ort alles, was man braucht zum essen und Einkaufen, hat eine gute Auswahl an Tavernen und Cafés (in Chora oben sind es weniger Restaurants und Tavernen, mehr Ouzerien, Imbiss-Lokale, Snackbars und Kafenia). Es geht gemütlich und gemächlich zu und her in Pera Gialos, man bummelt an der Tavernen/Café-Zeile vorbei, schaut sich die Boote im Hafen an, blickt hinaus auf die Bucht und das Meer oder hinauf zum Häusermeer von Chora. Schnell fühlt man sich heimisch in diesem herzigen Örtchen und kennt bald einige Gesichter. Ein Ort zum Zurückkehren!

 
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Die Chora von Astipalea
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Die Chora von Astipalea

Ein Foto der zauberhaften Chora, das ich einmal gesehen hatte, war der Auslöser, warum ich unbedingt nach Astipalea wollte. Und ich wurde nicht enttäuscht! Weisse Würfelhäuser ziehen sich vom Hafen den Hang hinauf, und oben auf dem Hügel thront majestätisch das Kastro mit seinen braunen Steinmauern, aus denen zwei weisse Kirchen mit blauen Kuppeln herausragen. Auf dem Sattel des Ortes  wo es hinunter nach Livadi geht, erheben sich stolz etwa acht Windmühlen. In einer der Mühle ist das Touristoffice untergebracht. Auf dem Paltz bei den Mühlen finden sich einige Cafés, Ouzerien und Snackbars. Von dort steigen die Gassen an zum Kastro hoch. Einige sind enge, verwinkelte Gässchen zwischen weissen Würfelhäusern mit ihren blau/grün/türkis bemalten Fensterrahmen, Balkongeländern und Geländern an den originellen Aussentreppen. Auch auf kleine Kirchlein stösst man. Lustig fand ich die 5 Kirchlein, die alle aneinandergebaut waren und nebeneinander in der Reihe standen. Und in der Parallellgasse davor findet man gleich nochmals 2-3 zusammengebaute Kirchlein. Malerische Ecken gibt es viele, das ziellose Bummeln lohnt sich. Leider sind einige der Häuser verlassen und verfallen. Andere dafür sind sehr gepflegt und „gut im Schuss“. Man spürt die Nähe zur Inselgruppe der Kykladen, denn in Chora findet man herrliche Kykladenarchitektur, wie eben die weissen Würfelhäuser.
Unterhalb des Kastro, zur Livadi-Seite hin, liegt die schöne weisse Kirche Panagia Portaitissa (übersetzt unsere Beschützerin der Pforte) aus dem 18. Jahrhundert mit ihrem Kirchenhof. Dort befindet sich auch das kirchliche Museum (ekklisiako museio). In diesem Dorfteil erkennt man sehr gut, dass zum Teil die Burgmauer aus den Rückwänden der zusammengebauten Häusern besteht.
Das Kastro wurde im 13. Jahrhundert von der venezianischen Familie Querini auf den Überresten der einstigen Akropolis und des byzantinischen Kastro erbaut und wurde während der folgenden 200 Jahre ständig erweitert und verstärkt. Die Venezianer herrschten damals etwa 300 Jahre über Astipalea. Innerhalb des Kastros findet man Ruinen von Häusern und die zwei schneeweissen Kirchen Panagia tou Kastro und Agios Georgios mit ihren blauen Kuppeln. Herrlich ist die Rundsicht vom Kastrohügel aus, zum Teil durch Fenster der verfallenen Häusern sieht man Richtung Livadi, hinaus aufs Meer und die vorgelagerten Inselchen, hinunter über die Dächer von Chora zum Hafen von Pera Gialos und weiter über die kargen Hügelzüge nach Maltzana. Das Kastro ist frei zugänglich und ein Besuch dort oben  ist schlichtweg ein MUSS.
Solch eine schöne Chora muss man einfach fotografisch festhalten. Einen schönen (nahen) Blick auf die Würfelhäuser und das Kastro hatten wir abends von der Strasse Richtung Livadi aus. Einen etwas weiteren Blick auch noch auf den Hafen und die sich zur Chora hinaufziehenden Häuser genossen wir ebenfalls gegen Abend von der einsamen Windmühle auf dem Hügel aus – auch schon vor der mühle ist der Blick sehr schön.
In Chora gibt es Post, Supermarkets, Bäcker, Metzger, Coiffeur, Touristoffice, Shops, Cafés, Snackbars, Souvlaki-Lokale, Ouzerien und ein uriges Kafenio mit kleiner Terrasse in blau-türkis, wo die alten Männer Katen spielen und der Tintenfisch draussen getrocknet wird. Der Bus von Pera Gialos nach Livadi fährt über Chroa, nur sind die Verbindungen nicht allzu häufig (je nach Saison etwas mehr). Zu Fuss gehen ist eh schöner!
Charakteristisch ist der oft ziemlich stark durch die Gassen von Chora blasende Wind, dann heult es um die Ecken!
Für mich zählt Chora zu einem der schönsten Hauptorte der Inseln! Ein Dorf wie aus dem Bilderbuch! Und ein Ort, an den man wieder zurückkehren will….

 
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Der Ostteil von Astipalea und die Lagune von Vathi
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Der Ostteil von Astipalea und die Lagune von Vathi

Wir haben extra eine Jeep gemietet, denn wir wollten die ganze Insel entdecken, und das Netz an Teerstrassen ist je eher bescheiden (Region Agios Konstantions-Chora-Steno-Maltezana-Schinontas). Nun also unterwegs hinter Maltezana und Schinontas. Von den Anhöhen im Ostteil sahen wir im Süden zur Senke mit der Agili-Bucht. Einige Yachten lagen in der Bucht. Vermutlich würde man dort sicher auch einen netten Platz zum Baden finden. Wir fahren weiter auf den 366 m hohen Gipfel mit den Antennen und haben einen schönen Blick auf die Vlichada Bay mit dem Poulariani-Strand und dem dahinterliegenden Zipfelchen Agios Fokas. Die Wasserfarbe um die Küste herum ist herrlich und leuchtet in hellblau und türkis. Eigentlich wollten wir zum Poulariani-Kirchlein, von dem wir gelesen hatten, dass es sehr schön gelegen sei, aber diese Strasse war selbst für einen Jeep so schlecht, dass wir umgekehrt sind. Beim Kulturwegweiser „Castellana Fort“ bei einem Bauernhof schauten wir uns um, sahen aber nur Ruinen eines Rundturms und vermuteten, dass dies wohl die Überreste des Kastros waren.
Auf der Fahrt Richtung Vathi hat man einen schönen Blick auf die tiefeingeschnittene Bucht von Zafiri. Und später auf die Senke von Vathi. Hier ist ein fruchtbares Tal mit Feldern, dazwischen liegen einige Kapellen, links sieht man die Lagune von Vathi. Es gibt Exo Vathi, das äussere Vathi, und etwas weiter, nähe der Öffnung der Laguna zum Meer hin Mesa Vathi, das innere Vathi. Es ist sehr abgelegen hier. In Exo Vathi gibt es 2-3 Häuser. Gemäss Reiseführer und Karte findet man hier noch Ruinen einer minoischen Siedlung und eines Turmes. Wir haben aber nicht genau gesehen wo, und ausserdem waren Kulturwegweiser bis anhin nicht sehr hilfreich und genau…
Von weitem sah die lagunenbucht schön aus, mit dem türkisen Wasser. Gemäss Karte sollte es Badestrände bei  Exo Vathi, Mesa Vathi und auf der gegenüberliegenden Lagunenseite geben. In Exo Vathi sind wir aber nicht so richtig zum Meer hin gekommen, da Zäune den Durchgang behinderten. Wo wir hinkamen, sah es etwas sumpfig aus und ungepflegt. Vielleicht wäre es etwas weiter um die Bucht herum besser gewesen.
Auch Mesa Vathi ist ein winziger Weiler, immerhin mit einer kleinen Mole und einem Restaurant, das auch Zimmer vermietet, und weiteren 3-4 Häusern, dazu verteilt einige Kirchlein. Von dort soll es einen Pfad/Schotterstrasse Richtung Nordküste geben, zur Drakospilia-Höhle. Die eine Karte zeigte nur Fusspfad, die andere Schotterstrasse an, und die Karte des Touristoffices zeigte ab einem Agios Thomas-Kirchlein einen Wanderweg zur Höhle an. Uns war nicht so klar, welches der Weg Richtung Drakospilia war, mit dem Auto getrauten wir uns nicht zu fahren, zu Fuss wollten wir bei der Hitze auch nicht gehen, vor allem, weil wir weder Karten noch Wegweisern noch erwähnten Sehenswürdigkeiten trauten (bis anhin waren ja einige der Sehenswürdigkeiten nicht auffindbar oder nur sehr sehr bescheiden gewesen). Also beschlossen wir, die Taverne etwas zu unterstützen. Die überdachte Terrasse war recht gross, aber wir waren die einzigen Gäste – nicht nur in der Taverne, wohl in der ganzen Region von Vathi. Der ältere Tavernenbesitzer (nicht mehr sehr gut zu Fuss) erzählte, er hätte viele Schweizer Gäste hier, die mit dem Segelschiff kamen (was heisst wohl „viel“ für ihn?). Er und seine Frau seien die einzigen zwei fest hierwohnenden Einwohner von Mesa Vathi. Es gäbe auch noch zwei fest da wohnende Leute in Exo Vathi. Das andere seien Leute, die zwischendurch hierherkamen, um Ihre Felder und Tiere zu versorgen. In der Taverne gab es auch noch eine jüngere, ausländische Serviertochter – wir fragten uns, ob sie auch hier wohnt, wie das Leben in diesem abgelegenen „Kaff“ wohl sei. Wir konnten uns schlecht vorstellen, dass viele Gäste hierherkamen. Auf einer Karte hatten wir gelesen, dass es Bootsverbindungen ab Vai nach Vathi gab – davon sahen wir jedoch keine Anzeichen. Es ist alles sehr sehr friedlich in Vathi. Das Fischerboot an der Mole, die gelben Netze, die ruhige Taverne, der Blick auf die ebenfalls sehr ruhige Lagune, die Felder mit den vereinzelten Kirchlein, bimmelnde Ziegenglocken. Wir sind ja hingefahren, weil wir alle Ecken der Insel erkunden wollten. Vielleicht wäre das Essen in der Taverne  ja auch fein gewesen – sicher bodenständig und einfach. Besonders schön war der Blick auf die Felder in der Senke und die türkise Lagune. Viel zu sehen gab es nicht in Vathi, uns blieb es dennoch in Erinnerung in seiner Abgeschiedenheit.

 
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Der Westen/Nordwesten von Astipalea mit Panormos Bay
ASTYPALEA
Natur-Schönheiten  
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Der Westen/Nordwesten von Astipalea mit Panormos Bay

Vom Agios Ioannis- und Profitis Ilias-Kirchlein wollten wir den West- und Nordteil Richtung Panormos-Bucht entdecken. Alles sind Schotterstrassen in dieser einsamen Region. Ab und zu kommt man an einer Ziegenherde oder einem abgelegenen Bauernhof vorbei.  Zur Westseite hin entdeckt man unten an der Küste verlockende Einschnitte und Buchten. Zu einer Bucht neben einer einsamen, stattlichen, ummauerten Villa sind wir hinuntergefahren. Etwas oberhalb der Villa liessen wir den Jeep stehen, gingen bis zur Villa und folgten dort dem Wegweiser Paralia/Beach. Ein Pfad führte um die Umzäunung der Villa herum und dann hinunter zum Strand. Eine kleine, einsame Bucht mit Steinstrand und glasklarem Wasser – nur für uns alleine. Kein Schatten, keine Infrastruktur.
Auch die eine Bucht VOR der Villa sah verlockend aus: eingeschnitten, mit kleinem Strändchen und tollen Wasserfarben. Ein Fischerboot lag dort vor Anker – so ein harmonisches Bild.
Wir folgten der Schotterstrasse Richtung Panormos. Von oben bot sich ein sehr schönes Bild – die tief eingeschnittene Bucht, ein paar Felder, blühender Oleander, ein weisses Kirchlein, schöne Farben des Meeres. Beim Hinunterfahren sahen wir auch links eine tolle Bucht mit Wasserfarben in hellblau/türkis. Unten angekommen, war Panormos nicht mehr so toll. Der Strand war ungepflegt, mit Abfall, voller Teerklumpen, im Wasser Steinplatten. Nicht sehr einladend zum Baden. Wohl kein vielbesuchter Strand (zu weit, Schotterstrasse, zu abgelegen, keine Infrastruktur). Das weisse Nikolaos-Kirchlein inmitten von blühenden Oleandern war hübsch.
Wir schauten, ob nach rechts ein Pfad abging zur benachbarten Pachia Ammos-Bucht, haben aber nichts gefunden. Pachia Ammos wäre auch eine tief eingeschnittene Bucht. Hierher hätte ein Wanderweg ab dem Kloster Flevariotissa geführt, den wir aber nicht ausprobiert hatten. Jedoch hatten wir den Eindruck, dass Pachia Ammos ein schöner Badestrand gewesen wäre.
Die Fahrt in den Nordwesten führt durch abgelegenes, einsames Gebiet, bietet aber hübsche Aussichten auf Buchten. Wer Baden will, soll zu einer der Buchten an der Westseite fahren, die zwischen dem Kap Armeno und dem etwas nördlich davon gelegenen Inselchen liegen. Jedoch muss man schon etwas Fussweg auf sich nehmen, um ans Meer zu gelangen. Vermutlich ist man dafür dann alleine am Strand. Die Panormos-Bucht erschien uns kein lohnenswertes Ziel für einen Badestrand (höchstens noch die Bucht links davor), ist aber von oben her schön anzusehen. Der Nordwesten kurz und bündig: 100-200 m hohe karge Hügelzüge, Ziegenherden, Thymianpflanzen, Schotterstrassen, wenig Wegweiser, vereinzelte Kirchlein, Küste mit einigen Buchten, keine Siedlungen.

 
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