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Amorgos
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Die östlichste Randinsel der südlichen Kykladen liegt etwa 30 km südöstlich von Naxos. Die Länge der Insel beträgt etwa 33 km und maximale Breite 6,5 km, die schmalste Stelle erreicht 1,9 km. Die 121,464 km² große Insel ist von einer hohen, kahlen Bergkette durchzogen, deren höchster Punkt im Nordosten der Krikellos, seltener Kroukelos (Κρίκελλος, Κρούκελος) mit 822 m ist. Nach Südosten fällt der Bergzug steil ins Meer ab.

Die Gesamtfläche der umliegenden Inseln beträgt weniger als 5 km². Nikouria (Νικουριά), auf der Nordseite etwa 250 m entfernt, ist mit einer Höhe von etwa 350 m die größte davon. Andikeros und Drima werden den Kleinen Ostkykladen zugerechnet. Weitere Inseln sind Gramvousa, Grambonisi, Petalidi und Psalida.

Die Insel ist zum Teil bewaldet. Auf Amorgos wachsen in großer Zahl Wildkräuter wie der Griechische Oregano.



Geschichte
Schon in prähistorischer Zeit relativ dicht besiedelt, war die Insel wohl schon im 3. Jahrtausend v. Chr. ein wichtiger Handelsstützpunkt; Grabfunde mit frühkykladischen Marmoridolen belegen ihre Bedeutung.

Um 1000 v. Chr. ließen sich ionische Siedler auf Amorgos nieder, im 7. Jahrhundert v. Chr. Samier unter Führung des Dichters Semonides. Im 5. Jahrhundert v. Chr. traten die drei Poleis von Amorgos – Reste der antiken Städte Minoa, Arkesine und Aigiale sind erhalten – unter Wahrung der politischen Einheit als „Amorgier“ dem Attischen Seebund bei. In der Seeschlacht bei Amorgos unterlag 322 die athenische Flotte den Makedonen, was zum Ende der Seemacht Athen führte. In den Diadochenkriegen ging auch die politische Einheit verloren, bis es um 200 v. Chr. unter dem Protektorat von Rhodos erneut zum Zusammenschluss der Inselgemeinden kam. Befestigungsanlagen, darunter eine Reihe von über die Insel verstreuten Wachtürmen, aus hellenistischer und römischer Zeit belegen, dass Amorgos mit seinem Hafen Katapola eine wichtige Handelsstation blieb. Auf Amorgos wurde die fast durchsichtige amorgische Leinwand gefertigt, die im 4. und 5. Jahrhundert v. Chr. als „amorgische Gewänder“ bekannt und geschätzt war. In der römischen Kaiserzeit war Amorgos auch Verbannungsort vornehmer Römer. In spätantiker Zeit wurde Chora in geschützter Höhenlage über der Ostküste der Hauptort der Insel. Dort wurden wie in Katapola und bei Arkesini frühbyzantinische Kirchenbauten nachgewiesen.

Nach dem Vierten Kreuzzug fiel die Insel 1207 zunächst dem Herzogtum Naxos zu, wurde jedoch von der byzantinischen Flotte zurückerobert und von Kaiser Johannes III. Dukas Batatzes dem mit ihm befreundeten Geremia Ghisi überlassen. Dieser besiedelte die verödete Insel neu und befestigte den über die Chora aufragenden Felsen „Kastro“ zum Schutz gegen Piraten. 1269 wieder von Byzanz eingenommen, wurde Amorgos 1303 im Frieden zwischen Venedig und Kaiser Andronikus II. Palaiologos den Ghisi als Besitz garantiert. Schon 1309 bemächtigte sich jedoch Herzog Guglielmo I. von Naxos der Insel und übergab sie je zur Hälfte den Schiavi von Ios und den Grimani, denen bereits ein Teil Astypaleas gehörte. Piratenüberfälle vertrieben viele Bewohner, welche daraufhin in das venezianische Kreta übersiedelten.

Mit der Eroberung durch Chaireddin Barbarossa begann die osmanische Herrschaft auf der Insel(1537–1830). Während des russisch-türkischen Kriegs war Amorgos von der russischen Flotte besetzt. In den griechischen Befreiungskriegen fanden Flüchtlinge von der Insel Kassos Aufnahme in Amorgos.[2]

Am 9. Juli 1956 ereignete sich in der Ägäis ein Seebeben der Stärke 7,8 auf der Richterskala. Die daraus entstandene Flutwelle war auf Amorgos etwa 20 m hoch und kostete 53 Menschenleben, die besiedelte Küste wurde verwüstet.



Sehenswürdigkeiten
Die wichtigste Sehenswürdigkeit von Amorgos ist das Felsenkloster Panagia Chozoviotissa (griechisch Παναγία Χοζοβιώτισσα) am Steilabfall des Profitis-Ilias-Gipfels, 300 m über dem Meer; es gilt als eines der architektonisch interessantesten Klöster der Ägäis und wird häufig mit den Meteora-Klöstern verglichen.

Das Kloster soll Anfang des 9. Jahrhunderts durch Mönche aus Palästina gegründet worden sein. Die Legende stellt einen Zusammenhang mit dem Byzantinischen Bilderstreit her: Eine fromme Frau aus Chosovo in Palästina soll eine Ikone ins Meer geworfen haben, um sie vor der Zerstörung zu retten. In der Bucht von Agia Anna auf Amorgos sei die Muttergottesikone – nach ihrem Herkunftsort Panagia Chozoviotissa genannt – an Land gespült worden. Das an dem Felsabhang über der Bucht erbaute Kloster wurde von Piraten zerstört und im 11. Jahrhundert von Kaiser Alexios I. Komnenos neu gestiftet und wieder aufgebaut; als Jahr der Neugründung wird 1088 angegeben.

Das Kloster bewahrt noch heute Pergament-Handschriften des 11. bis 13. Jahrhunderts. Noch bis ins 19. Jahrhundert war Chozoviotissa eines der reichsten Klöster in Griechenland; der griechische Staat enteignete jedoch 1952 die Ländereien und übergab sie den Gemeinden.

In den 1990er Jahren erlangte das Kloster cineastische Berühmtheit durch den Film Im Rausch der Tiefe von Luc Besson, der zu großen Teilen auf Amorgos gedreht wurde.
Präfekturbezirk:
Kykladen
Geodaten:
36° 50′ N, 25° 54′ O
Höchste Erhebung:
0–822 m
Fläche:
346 km²
Einwohner:
1.859
Sitz:
Amorgos
Website:
www.amorgos.gr
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Quelle: Wikipedia
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Das Kloster Chozoviotissa
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Das Kloster Chozoviotissa

Das Bild dieses aussergewöhlichen Klosters habe ich vor 20 Jahren im Film „Le grand Bleu – Im Rausch der Tiefe“ von Luc Besson mit Jean Reno gesehen. Es erschien im Hintergrund einer Szene, wo die Kinder im Meer tauchten. Ich war fasziniert von diesem schneeweissen Kloster, das sich an die steile, rötliche Felswand krallte – wusste aber nicht, wie das Kloster hiess noch wo es sich befand. Monate später war ich in Athen, um Griechisch zu lernen. Ich drehte an einem Ständer mit Postkarten, als mir wieder diese Bild mit dem weissen Kloster an der rötlichen Steilwand klebend ins Auge stach. Postkarte rasch umgedreht, und da stand es: Insel Amorgos, Kloster Chozoviotissa. Logisch, mein nächstes Reiseziel war Amorgos. Zusammen mit einer Freundin, die mich in Athen besuchte, brachen wir auf. Eine lange Schifffahrt ab Piräus und schon Saisonende, es war kühl und windig. Auch unsere einfache Unterkunft in Katapola war kalt, mit klammer Bettwäsche, aber das konnte meine Begeisterung nicht schmälern. Mit dem Bus fuhren wir gleich am nächsten Tag nach Ankunft ins wunderschöne Chora, das in reinster schneeweisser Kykladenarchitektur erstrahlt. Von dort ging es zu Fuss auf einem Treppenpfad auf der anderen Seite Richtung Meer hinunter. Gehzeit wohl so um die 20-30 Minuten, kann mich nicht mehr so genau erinnern. Genau weiss ich aber noch, dass man zuerst auf dem Pfad unterhalb der Felsmauer absolut nichts von Kloster zu sehen bekommt. Erst kurz vor dem Eingang zum Klosterareal öffnet sich der Blick und endlich taucht das mächtige schneeweisse Kloster an der Felswand auf. Ungeduldig stiegen wir die letzten Stufen hinauf, um uns durch den niedrigen Eingang zu zwängen (dieser war so niedrig als besserer Schutz vor Piraten). Die Mönche boten uns Loukoumia an (süsse, dick in Puderzucker gehüllte Geleewürfel) und Ouzo an. Meine Freundin mochte keinen Ouzo und ich getraute mich aus Höflichkeit nicht, den Ouzo stehen zu lassen. Mit 2 Ouzo intus (damals war ich noch nicht so „abgehärtet“) schwankte ich dann die steile tunnelförmige Treppe wieder hinunter. Zum Glück war es so schmal, dass man sich an den Seiten stützen konnte.  Auch die Aussichtsterrasse ist mir in Erinnerung geblieben, ich habe dort Fotos von weissen Mauern gemacht, die mir auch heute noch sehr gut gefallen. Der Besuch dieses Wehrklosters war ein spezielles Erlebnis. Jahre später war ich wieder auf Amorgos, und wieder stattete ich dem Kloster einen Besuch ab – es ist immer eindrücklich. Ein besonderer, fast etwas mystischer Ort.
Einige Fakten: Gegründet wurde das Kloster vermutlich Anfang des 9. Jh. Zur Gründungsgeschichte gibt es zwei Legenden. Die eine sagt, Mönche des Klosters Chozeva in Palästina mussten fliehen, kamen auf ihrer Irrfahrt hier in Amorgos an, wo sie die rötliche steile Felswand an ihre Heimat erinnerte. Sodass sie hier ihre neuen Zellen errichteten. Sie hatten eine Ikone der Muttergottes dabei, die ihnen die richtige Stelle im Fels zeigte, wo sie bauen sollten. Die Ikone ist noch heute in der Klosterkirche aufbewahrt.
Eine andere Legende sagt, dass eine Frau in Palästina die Ikone in ein Boot gelegt hatte, um sie vor den Bilderstürmern zu retten. Das Boot wurde hier an der Felswand angeschwemmt. Ein geheimnisvoller Nagel in der Felswand zeigte den Gläubigen die richtige Stelle, wo sie eine Kirche zu Ehren der Ikone erbauen sollten. Piraten zerstörten die Kirche, aber im 11. Jh. wurde ein Kloster errichtet und immer wieder verstärkt und zu einer Festung ausgebaut. Trotz Piratenüberfällen wurde es nie aufgegeben und kam zu beträchtlichem Reichtum und galt einst mit seinen Ländereien als eines der reichsten Klöster Griechenlands. Einst lebten um die 100 Mönche hier, später um die 30 (einige davon wanderten ab zu den Athos-Klöstern), jetzt ist es noch eine Handvoll.
Das Kloster ist ein typisches Wehrkloster, mit meterdicken Mauern und zwei mächtigen Stützpfeilern. Schneeweiss hebt es sich von der rötlichen, überhängenden Steilwand ab. Die Fenster- und Türöffnungen sind klein gehalten, damit es sich besser verteidigen liess. Man sagt, es gibt ca. 65 Räume im Kloster, aber nur wenig ist zu besichtigen. In einem Raum sind kirchliche Gewänder und Utensilien ausgestellt. Am höchsten Punkt der Anlage steht die kleine Kirche. Hier ist die heilige Ikone der Jungfrau Chozoviotissa zu sehen, mit Silberblech überzogen und von vielen Votivtafeln umgeben. Man sagt, die Ikone kann Wunder vollbringen, von Krankheiten heilen und Regen bringen. Weitere Ikonen sind ebenfalls mit Gold oder Silber überzogen. Unbedingt muss man die Aussichtsterrasse aufsuchen, wo man einen herrlichen Blick über das Meer und die Steilküste hat.
Für einen Besuch auf angemessene Kleidung achten. Öffnungszeiten normalerweise morgens bis ca. 13 Uhr und abends von ca. 17-19 Uhr (Stand vor einigen Jahren). Ab Chora fährt ein Bus zur Bucht von Agia Anna. Etwas oberhalb der Bucht ist die Haltestelle für das Kloster. Oder sonst gibt es den schönen Treppenweg ab Chora.
Unbedingt auch einen Abstecher zur Agia Anna –Bucht machen. In den Felsen liegt hier idyllisch ein schneeweisses Kirchlein am Meer. Hier wurden Szenen zum Film „Le grand Bleu“ gedreht.
Das Spannende am Klosterbesuch ist unter anderem die Erwartung. Man ist gespannt, endlich das Kloster zu sehen. Aber erst kurz davor, wenn man um eine Ecke auf dem Pfad biegt, dann endlich erblickt man es in voller Grösse. Ein aussergewöhnlicher Ort mit einem aussergewöhnlichen Klosterbau.

 
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