Das Dorf Pyrgi zählt zu den sogenannten Mastixdörfern in Chios. Diese Dörfer sind durch den Anbau von Mastixbäumen zu grossem Ansehen und auch Reichtum gekommen. Zugleich wurden sie jedoch auch immer wieder wegen ihres Reichtums geplündert. Um sich besser gegen die zahlreichen Angreifer verteidigen zu können sind die Mastixdörfer sehr kompakt gebaut und haben daher einen Festungsähnlichen Charakter.
Das Dorf Pyrgi wird auch das "bemalte Dorf" genannt. "To zografisto Xorio" auf Griechisch. Diesen Namen hat Pyrgi wegen seiner auffälligen Wandmalereien (Xista) zu verdanken. Die ausschliesslich geometrischen grau-weissen Verzierungen sind eine Variante der italienischen Freskomalerei. Die Technik wurde vermutlich während der genuesischen Besetzung übernomen.
Ein weitere interessante architektonische Eigenheit der Mastixdörfer, sind die kleinen Bogenbrücken welche die Häuser untereinander verbinden. Diese Elemente dienten weniger als dekoratives Element sonder als tatsächliche Verbindung zwischen den Häusern, welche es den Verteidigern des Dorfes ermöglichten, unbemerkt über die Dächer der Häuser zu gelangen um so den Feind zu bekämpfen.
Die Mastixdörfer sind unglaublich malerische Orte, wo die Zeit stehengeblieben zu sein scheint. Jedes Dorf hat einen ganz eigenen Charakter und man kann Stunden damit verbringen durch die engen Gassen zu laufen und sich die wunderlichen Bauwerke anzusehen. Es werden zahlreiche teils sehr innovative und luxuriöse Übernachtungsmöglichkeiten in diesen Dörfern angeboten und ich kann jedem empfehlen sich zumindest eine oder zwei Nächte hier zu gönnen.
Da die Mastixdörfer im Landesinneren anzutreffen sind, eignen sie sich für eingefleischte Strand und Sonnenanbeter eher weniger.
Für mich bleiben die Mastixdörfer ein wahres Griechenland Highlight.