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Der Wunschbaum von Agios Therapon
LESVOS
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Der Wunschbaum von Agios Therapon

Etwa 20 km nordwestlich der Hauptstadt Mytillini, am Golf von Gera, in der Nähe von Loutra Korfou, befinden sich die Kapelle und der Wunschbaum des Heiligen Therapon. Dieser Baum ist eigenartig anzusehen: unzählige Stofffetzen und Kleidungsstücke sind an die Äste des Olivenbaumes geknotet. Diese Stofffetzen sind als Zeichen der Dankbarkeit zu verstehen. Kapelle und Baum sind dem Heiligen Therapon gewidmet, der zur Heilung von Krankheiten beitragen kann. Wurde man also geheilt, knüpfte man aus Dankbarkeit ein Kleidungsstück oder einen Stofffetzen an den Baum.
Der Baum liegt auf der Strassenseite zur Meerseite hin, die Kapelle steht auf der gegenüberliegenden Strassenseite. Es versteht sich von selbst, dass man dort eine Kerze anzünden geht. Glauben und Gläubigkeit sind im Leben vieler Orthodoxen stark vertreten. Davon zeugen auch die vielen Votivtafeln und Geschenke an die Heiligen, die man oft um die Ikonen herum sieht.
Nicht weit entfernt liegt der Ort Loutra Korfou. Loutra (übersetzt Bäder) weist auf ein Heilbad hin. Das Thermalwasser unterstützte den Heiligen Therapon in der Heilung von Krankheiten. Es ist um die 40 Grad heiss und leicht radioaktiv.
Sicher, der Wunschbaum ist nicht eine der herausragenden Sehenswürdigkeiten von Lesbos. Mir aber gefällt er, weil es ein eigenartiger Brauch ist, Stofffetzen an einen Baum zu knüpfen. Und all das leicht Wunderliche, der Glauben an Heilung und solche leicht mystischen Sachen faszinieren mich. Und zum Glück findet man in Griechenland viele solcher Geschichten, Wunder, Heilungen, Legenden, Unerklärliches usw. Wünsche euch viel Spass beim selber Entdecken!

 
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Molyvos
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Molyvos

Das Örtchen Molyvos mit seinem malerischen Dorfkern und der Tavernenzeile am Hafen hat mir sehr gut gefallen! Molyvos heisst offiziell Mithimna, benannt nach der antiken Stadt, die hier einst lag, aber jedermann nennt es Molyvos.
Glücklicherweise wurde Molyvos bereits 1956 unter Denkmalschutz gestellt. So konnte es sein harmonisches Dorfbild  bewahren und wurde nicht durch unpassende hässliche Neubauten verschandelt. Molyvos liegt idyllisch an einer Hügelflanke und wird überragt von der Burgruine des Kastro. Das Kastro stammt aus dem 11. Jh., wurde wie so oft unter Herrschaft der Genueser erweitert und auch von den türkischen Besetzern benutzt. Die Festungsmauern sind erhalten geblieben. Von hier oben geniesst man eine gewaltige Aussicht über die Steinhäuser des Örtchens, das blaue Meer und bei gutem Wetter sogar hinüber in die Türkei. (Eintrittsgebühr für die Besichtigung des Kastro.)
Molyvos urige Hauptgasse „Agora“ (=Marktplatz) zweigt westwärts Richtung Hügel ab und führt durch den historischen Ortskern hinauf zur Burg. Romantisch ist sie dort, wo sie von Rankpflanzen und Blütenpflanzen überspannt wird. Sie wird gesäumt von Souvenir- und Schmuckgeschäften, Kafenia, Läden der Einheimischen und Tavernen. So war es zumindest bei meinem Besuch vor einigen Jahren.
Molyvos besticht durch seine engen Gassen mit Kopfsteinpflaster und die traditionellen Natursteinhäuser mit ihren roten Ziegeldächern. Interessant sind auch die Erker und die überragenden Obergeschosse, und Farbtupfer bringen die bunt bemalten Balkone und Fenster.
Eine wichtige Strasse ist auch die moderne Strasse, die zum Hafen hinunter führt. Auch hier findet man Geschäfte, Agenturen und Tavernen. Hübsch ist der Hafen von Molyvos mit seinen alten stattlichen Häusern  und den Tavernen direkt am Wasser. Besonders stimmungsvoll ist es hier am Abend! Ouzo und Tintenfisch geniessen, oder überbackener Feta mit einem Glas Retsina, daneben plätschern die Wellen an die Hafenmole, dem Treiben zusehen und den lauen Abend geniessen….
Sicher, Molyvos ist touristisch, daran gibt es keinen Zweifel, denn von überall her auf der Insel kommen auch Tagestouristen auf ihren Sightseeingtouren in dieses traditionelle Dorf. Molyvos konnte jedoch sein schönes Ortsbild beibehalten (das auch schon als Kulisse für Filme diente). Hotelanlagen liegen etwas ausserhalb, Richtung Ortsstrand und Petra oder Richtung Strände von Eftalou. Um das Hotel Olive Press (traditionelles Hotel) dehnt sich der schmale kiesige Ortsstrand aus.  Bekannt zum Baden sind auch die Strandabschnitte bei Eftalou, ca. 4 km gegen Osten. Hier befindet sich auch das Loutra Eftalou, das Badehaus mit radioaktiven über 40 Grad heissen Quellen. Auch neben dem Badehaus im Meer entspringen warme Quellen. Hinter dem Badehaus findet man einige Strandabschnitte, abgetrennt durch Felsabschnitte.
Molyvos ist ein gut besuchter Ort, besitzt aber dennoch Flair und Charme. Umso mehr am Abend, wenn die Tagesausflügler wieder abgereist sind. Mir hat es damals sehr gut gefallen. Jedoch ist mein Besuch einige Jahre her (Bilder sind auch schon etwas älter), ich hoffe nicht, dass sich der Ort und die Atmosphäre zu sehr verändert haben! Wäre schade.

 
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Mytillini
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Mytillini

Mytillini ist die Hauptstadt der Insel und ist eine richtige „grosse“ Stadt (verglichen mit Hauptorten anderer Inseln). Hier befinden sich auch Fakultäten der „Universität der Ägäis“. Herz Mytillinis ist der Hafen mit seiner Promenade, die Prokymaia genannt wird. Hier schlängelt sich zwar ziemlich der Verkehr durch, aber bei den breiten Trottoirs sind zahlreiche Terrassencafés zu finden, wo man dem lebhaften Treiben zuschaut. An der Prokymaia, neben dem Busbahnhof, steht auch die Statue der berühmten Dichterin Sappho (um 600 v. Chr.), die aus Lesbos stammt. Sie gilt als erste Lyrikerin der Weltliteratur. Im Hintergrund der Promenade stechen die silbern leuchtenden Kuppeln der Agios Therapondos-Kirche heraus – ein Postkartenmotiv. Vor der Kirche an der Promenade erheben sich einige stattliche Häuser. Die neoklassizistische Kirche wurde um 1860 errichtet, an der Stelle, wo früher einmal ein antiker Tempel gestanden hat. Sie ist die grösste Kirche der Insel und beherbergt Wandmalereien und einige wertvolle Ikonen. Gegenüber der Kirche befindet sich das Museum für byzantinische und kirchliche Kunst mit seiner Ikonensammlung, den geschnitzten Chorwänden, Kreuzen, kirchlichen Gewändern und Gefässen. Auch zwei Ikonen des bekannten Malers Theofilos, der aus Lesbos stammt, sind hier ausgestellt.
Die Ermou-Strasse ist die Haupteinkaufsstrasse der Stadt. Benannt ist sie nach dem Gott Hermes, dem Götterboten, der auch Gott der Kaufleute ist. Die Ermou und ihre Nebengassen bilden ein abwechslungsreiches Marktviertel, in dem vor allem am Morgen einiges los ist. Fleisch, Fisch, Kleider, Brot, Kaffee, Obst, Gemüse, Schmuck, Haushaltwaren – hier ist vieles zu finden. Und selbstverständlich auch Ouzo, der in Lesbos produziert wird!
Etwas zurückversetzt in einer der Seitengassen der Ermou liegt die die Mitropolis, die Kathedrale Agios Athanassios aus dem 16. Jh. (andere Quellen sagen 17. Jh.). Freistehend neben der Kirche erhebt sich der Kirchturm mit seinen 33 m. Im Inneren wird der Sarkophag des Heiligen Theodorus aufbewahrt, man kann seine Hand durch das Glas im Sarg sehen. Theodoros ist der Schutzheilige von Mytillini und hat sein Kirchenfest am 17. Februar, er soll Wunder vollbringen können. So notieren viel Gläubige ihre Wünsche und Anliegen auf Zetteln.  Theodorus wurde 1795 von den Türken erhängt. Ebenfalls sehenswert sind die Schnitzereien der Ikonostase  und des Altars.
Am Hügel oberhalb des Nordhafens in einem Wäldchen sind noch spärliche Überreste des antiken Theaters aus dem 3. Jh. v. Chr.  zu finden. Einst bot es Platz für 15‘000 Zuschauer. Viel zu besichtigen gibt es nicht: die Orchestra und einige Überreste von steinerne Sitzstufen sind erhalten geblieben. Die Stufen sollten aber in ihre ursprüngliche Lage gebracht werden, sie liegen zwischen Gras, Kräutern und Geröll. Hübsch ist aber die Lage, man hat einen Blick über das Kastro, das Meer bis hinüber in die Türkei. Ebenfalls in die Türkei blickt die Freiheitsstatue, die am südwestlichen Rande des Strandes unterhalb des Kastrohügels steht. Sie wurde aus Kupfer nach dem Vorbild der Freiheitsstatue in New York gebildet.
Oberhalb des Stadtzentrums, umgeben vom schattigen Tsamaki-Pinienwäldchen liegt das antike Kastro. An dieser Stelle stand vermutlich in alter Zeit einst die Akropolis. Das Kastro wurde in 3 verschiedenen Phasen erbaut, in der frühbyzantinischen Zeit, dann um das 14. Jh. zur Zeit des Genueser Fürsten Gattelusi und unter türkischer Herrschaft im 15. Jh. Aus dieser Zeit stammen die meisten der heute noch sichtbaren Gebäude, die jedoch grösstenteils verfallen sind. Im Inneren der Burg ist nicht mehr allzuviel zu sehen. Die Lage im Pinienwald ist jedoch idyllisch, und der Aufstieg lohnt sich auch wegen der herrlichen Aussicht. Antike Ruinen, die duftenden Pinien, die sengende Hitze – eine besondere Stimmung. Eingang durch das Tor an der Südostseite, von der Strasse „8. November“ aus zu erreichen. Meist vormittags geöffnet (Stand vor einigen Jahren), Montag geschlossen, Eintrittsgebühr. Wie gesagt, ich war vor einigen Jahren in Lesbos. Wenn jemand aktuellere Angaben hat, sind diese sehr willkommen!

 
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Plomari und der Ouzo
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Plomari und der Ouzo

Plomari ist in ganz Griechenland bekannt! Hier wird nämlich der ausgezeichnete Ouzo produziert. Plomari ist nach Mytillini die zweitgrösste Siedlung der Insel. Hier geht es jedoch ruhiger zu als in der geschäftigen Hauptstadt, und auch weniger touristisch als im Örtchen Molyvos. Plomari lebt von Fischfang, Olivenproduktion und der Produktion von Ouzo. In den Ortsgassen kann man den Anisgeschmack erschnuppern. Der Ouzo aus Lesbos, besonders derjenige aus Plomari, geniesst einen ausgezeichneten Ruf in Griechenland. Die Destillerien arbeiten noch nach althergebrachten Methoden.
Die Destillerie Barbayanni zum Beispiel ist ein Familienunternehmen, das seit 1860 besteht. Sie liegt an der Strasse nach Agios Isidoros und kann besucht werden. Natürlich kann man hier auch direkt ab Produktionsort einkaufen. Barbayanni ist erkennbar an der dunkelblauen Etikette.
Weitere Ouzo gibt es von Kefi, was übersetzt soviel heisst wie „gute Laune“. Bekannt und beliebt ist auch der Ouzo „Plomari“ in der Flasche mit schlankem Hals und Korkzapfen und oft in einer Hülle mit einem Bild des berühmten einheimischen Malers Theofilos verpackt.
Die Häuser von Plomari ziehen sich wie ein Amphitheater den hang des Olympos-Hügels empor und verteilen sich beidseitig des Flussbettes des Sedountas-Baches. Am Hafen liegt die zentrale Plateia, der „Hauptplatz“, hier sitzt man in den Kafenia, schaut dem Treiben zu, bummelt über die Plateia und trifft sich mit Freunden.
Hübsch ist die kleinere, landeinwärts gelegenen Plateia Beniamin ou Lesbiou, ebenfalls mit Kafenia. Von dort geht die Haupteinkaufsstrasse Odos Kontourioutou los. Der 3. Platz, die Plateia Platanos, wurde so benannt nach der riesigen Platane, die dort steht: es braucht 4 Männer, um den mächtigen Stamm umfassen zu können.
Interessant sind die Häuser, die über eine Art herausstehende obere Stockwerke  verfügen, welche balkonähnlich wie Erker ausgebaut wurden und so zusätzlichen Wohnraum bieten.
Für Ouzo-Trinker ist der Besuch von Plomari und seiner Ouzerien ein Muss, hier ist man an der Quelle der Produktion. Und jeder Ouzo schmeckt auch etwas anders. Hier kann man auch gut einkaufen, und Ouzo der Insel Lesbos ist ein sehr inseltypischen Produkt und gutes Mitbringsel. Mir persönlich schmeckt der Plomari-Ouzo sehr (der in der Flasche mit dem schmalen Hals und dem Korkzapfen). Jamas! Zum Wohl!

 
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