Wir hatten den Wanderfürer von Dieter Graf „Wandern auf griechischen Inseln – Südlciher Dodekanes“ mit uns und haben von den 3 Wanderungen auf Nissiros diejenige ausgesucht, die auf den Gipfel des Profitis Ilias führt.
Wir sind mit dem Auto bis zum Kloster Evangelistria hochgefahren (ca. 5 km ab Mandrakia). Das Kloster mit seinem Hof, dem Brunnen und dem grossen schattigen Baum war geschlossen. Vom Kloster aus geht übrigens auch eine Wanderung Richtung Kraterkessel und Emborio los.
Unser Weg führt uns zum verlassenen Kloster Diavatis und hoch auf den 698 m hohen Gipfel des Profitis Ilias. Der Weg beginnt einige Meter VOR dem Kloster. Vom grossen Baum vor dem Kloster muss man ca. 50-60 m zurückgehen auf der Strasse nach Mandraki und man sieht dann NEBEN einer Schotterstrasse einen Holzwegweiser bei einem Pfad, der mit Diavatis beschriftet ist. Also nicht die breitere Schotterstrasse, sondern den schmalen Pfad hinauf nehmen. Der Pfad ist gut erkennbar und ist zum Teil mit Steinmannchen markiert. Bei einem kleinen Sattel mit Ruinen eines Hofes/Stalles muss man etwas aufpassen, dass man dem richtigen Pfad folgt, der etwas zwischen Steinmauern hinaufführt (eher links an den Hang halten)Man steigt an und sieht unter sich einen Talboden mit Feldern. Am frühen Morgen ist ein Teil dieses Weges noch im Schatten. Man kommt höher, vorbei an Kermeseichen und Farnsträuchern (!). Der Pfad führt später leicht nach links und dann erreicht man das verlassene Kloster Diavatis, das hoch oben über dem Meer liegt. Dahinter breitet sich eine baumbestandene Senke mit ehemaligen Feldern aus. Diavatis besteht aus einem weissen Würfelhaus mit grossartigem Ausblick. Dahinter liegt ein ebenfalls weisses Kirchlein. Ein Brunnen und einige verfallene Gebäude sind auch auszumachen. Ein sehr idyllischen Plätzchen mit grossartiger Aussicht und der friedlichen Senke im Hintergrund. In der Umgebung klettern Ziegen umher. Hier würde ich zur Einsiedlerin werden!Von Diavatis ist die Gipfelkapelle Profitis Ilias sichtbar. Den Weg muss man sich etwas suchen. Nun ist man auf 698 m und geniesst die Aussicht. Ich dachte eigentlich, dass man in den Kraterkessel hinuntersehen würde, aber es liegt noch ein Hügelzug dazwischen. Im Norden sieht man Kos und dahinter Kalymnos, im Osten die Türkei, im Süden Tilos und im Westen Astipalea. Und natürlich sieht man über halb Nissiros! Das Kirchlein ist an sich offen, nur ist die Türe mit einem Draht um den grossen Stein an der Türschwelle gesichert. Man kann sie aber öffnen und die Stille des Kirchleins geniessen. Im Inneren ist das Kirchlein schön blau, mit hellblauer Dachwölbung und hell- und dunkelblauer Ikonostasis uns Apsis.
Die Aussicht ist gewaltig, das Diavatis-Kloster sehr idyllisch, der Wanderweg sehr schön – der Aufstieg lohnt sich!
Der Rückweg erfolgt auf dem gleichen Pfad wieder hinunter zum Moni Evangelistria. Dauer des Aufstieges vielleicht etwa 2 Stunden (je nachdem, wie fit man ist und wie oft man stehenbleibt, um die Aussicht zu geniessen).