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Das Dorf Megalo Chorio
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Das Dorf Megalo Chorio

Megalo Chorio (übersetzt das „grosse Dorf“) liegt im Inselinneren oberhalb der Bucht von Agios Antonios an den Ausläufrn des Agios Stefanos Berges und ist der Hauptort von Tilos. Hier befindet sich die Inselverwaltung. Es wird überragt von der mächtigen Kreuzritterburg auf dem 286 m hohen Hügel. Wenig unterhalb der Burg sind Ruinen der ehemaligen Siedlung und der antiken Stadtmauern zu finden. Bereits 1000 v. Chr. siedelten sich Dorier auf dem Berg an. Im 14. Jh. wurde die Kreuzritterburg errichtet, innerhalb deren Mauern sich die mittelalterliche Siedlung befand. Als dann die Gefahr von Piratenüberfällen abnahm, siedelten sich einige Leute ausserhalb der Burgmauern an, einige auch weiter unten am Burghügel und so entstand Megalo Chorio. Die Siedlung zwischen der Burg und Megalo Chorio, das „Epano Chorio“, das „obere“ Dorf, wurde nach 1900 verlassen und verfiel. Ein Fusspfad führt in ca. 40 Min. von Megalo Chorio hinauf zu den Ruinen der antiken Siedlung und zum kastro, von wo aus man eine herrliche Aussicht geniesst. (Pfad beim Dorfeingang, den Schildern „ancient settlement, ancient walls“  (antike Siedlung, antike Mauern) folgen, siehe auch unter dem Beitrag „Aufstieg zum Kastro von Megalo Chorio“.
Megalo Chorio ist ein ruhigeres Dorf mit weiss getünchten traditionellen Häusern und engen Gassen. Im oberen Teil des Dorfes liegt eine friedliche schneeweisse Kirche mit einem schönen Kieselsteinmosaik im Hof und gutem Blick Richtung Tal. Im Zentrum des Dorfes befindet sich die Taxiarchis-Kirche, ebenfalls schneeweiss und mit einem schönen schwarz-weissen Kieselsteinmosaik auf dem Kirchplatz. Um den Kirchplatz herum befinden sich öffentliche Büros wie Gemeindebüro, Bibliothek, Kirchenverwaltung. Unterhalb davon liegt das kleine Museum, das Knochen der in der Charkadio-Höhle gefundenen Zwergelefanten ausstellt. Zwischen 50‘000 und 40‘000 v. Chr. sollen diese Nano-Elefanten hier gelebt haben. Die Knochen wurden in der Charkadio-Höhle (zwischen Livadia und Megalo Chorio) gefunden, ebenso wie neolithische Werkzeuge und Knochen von Hirschen, die vor 140‘000 Jahren gelebt haben. Die Höhle ist geschlossen, wie ich verstanden habe, dienst sie der Uni Athen zu Forschungszwecken. Nebenan ist ein grosses Gebäude, wohl auch Forschungszentrum oder Dokumentationszentrum. Abends wird die Höhle beleuchtet.
In Megalo Chorio oberhalb der Taxiarchis-Kirche liegt das urige kafenio „Paradosiako Kafenio“ = traditionelles Kaffeehaus. Durch einen schmalen Gang gelangt man in den Innenraum, an dessen Wänden lauter Fotos und Meldungen hängen, dahinter liegt die Terrasse mit Kirchenblick. Der Zugang zur Toilette ist auch eher eng. Ein Lokal wie aus dem Bilderbuch und aus den guten alten Zeiten! Ebenfalls urig ist der kleine Minimarket der alten Dame mit den wenigen Zähnen, der sich unterhalb der Kirche und des Kafenions befindet. In den vollgepackten Gestellen ist doch ein recht grosses Sortiment zu finden. Und die Dame freut sich immer über ein Schwätzchen. Ein Tante Emma Laden, wie man ihn früher noch fand.
Bei der Dorfausfahrt Richtung Agios Antonios gibt es eine Taverne mit schöner Terrasse.
Ebenfalls an der Strasse nach Agios Antonios kommt man wenig unterhalb von Megalo Chorio vorbei beim ehemaligen Kloster Moni Isodia this Theotokou. Ein Teil der Anlage wird renoviert, viel ist am Verfallen. Schade, denn es wäre eine sehr schöne Anlage mit dem Kirchlein, dem Hof, den Zellen rundherum, einem Brunnen und einem alten Backofen.
Als Hauptort der Insel macht Megalo Chorio einen eher gemächlichen Eindruck. Ab Livadia gibt es Busverbindungen nach Megalo Chorio (ca. 7,5 km?) und weiter nach Eristos Beach (2,5-3 km) und Agios Antonios (2,5 km).
Auf der Karte des Touristoffice sind 3kleinere Wanderungen ab megalo Chorio vermerkt. Von Megalo Chorio zum Skafi-Strand, von Megalo Chorio zur Bucht von Agios Antonios, und beim Hubschrauberlandeplatz ca. 1 km vor dem Dorf gibt es einen Naturlehrpfad am Profitis Ilias Berg). Diese Wege sind auch auf der genauen Karte von Skai eingezeichnet und beschrieben.

 
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Das verlassene Dorf Mikro Chorio
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Das verlassene Dorf Mikro Chorio

Mikro Chorio – übersetzt das „Kleine Dorf“ – ist ein verlassenes Geisterdorf. Es liegt etwas ausserhalb von Livadia. Von der Hauptstrasse Livadia - Megalo Chorio biegt nach links eine Schotterstrasse ab Richtung Mikro Chorio, das am Hang gelegen ist. Es hat ein Schild „Mikro Chorio Bar“ , das die Abzweigung kennzeichnet. In Mikro Chorio gibt es nämlich ein Lokal, das abends geöffnet hat für Abendanlässe (wir haben ein Werbeplakat gesehen für griechischen Abend dort im Geisterdorf, wissen aber nicht, ob die Abende regelmässig durchgeführt werden, vermutlich v.a. in der Hochsaison).
Mikro Chorio wurde im 15. Jahrhundert gegründet und war einmal ein stattliches Dorf mit schönen Steinhäusern. Nach dem 2. Weltkrieg wurde es aufgegeben. Die Einwohner hatten zu wenig wirtschaftliche Möglichkeiten und zogen entweder nach Livadia oder wanderten gar nach Übersee aus.  So ist Mirko Chorio heute ein eindrückliches Geisterdorf. Enge Gassen führen an den Steinhäusern vorbei, zwischendurch stösst man auf uralte Olivenbäume und Eichen. Die Kirchen sind renoviert worden und heben sich mit ihren weissen Mauern von den braunen Steinhäusern ab. Mikro Chorio war einmal ein recht grosses Dorf und ist malerisch an den Hang gebaut. Oben auf dem Hügel sind Ruinen des Kastros erhalten. Es lohnt sich, dort hinaufzusteigen und die Aussicht zu geniessen.
Mikro Chorio ist eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten auf Tilos und ist es sicher wert, dass man etwas durch die Gassen bummelt. Ein etwas komisches Gefühl, durch ein Geisterdorf zu spazieren. Schade, dass das Dorf verlassen wurde, es war sehr schön gelegen am Hang, mit freiem Blick.
Von Livadia aus gibt es einen Fussweg nach Mikro Chorio (wohl ca. 1 Std Gehzeit – habe Wanderung nicht selber gemacht). Auch die Wanderung von Livadia zur Lethra Beach führt via Mikro Chorio wieder zurück nach Livadia.
Vor dem Dorf gibt es einen grossen Parking. Ansonsten keine Infrastruktur mehr im Dorf.

 
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Der Hafenort Livadia
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Der Hafenort Livadia

Livadia ist der Hafenort von Tilos. Es liegt in einer weiten Bucht. Hier findet man einige Autovermietungen, einige Supermarkets, Post, Bank mit Bancomat, Patisserie, Bäckerei, Kiosk, wenige Souvenirshops, Internetcafé, Arztstation, Polizei, Touristoffice, Büro für Schiffstickets, Kirche, Busstation, Tavernen, Bars und Cafés sowie Hotels und Zimmervermietungen. Einige der Cafés und Tavernen liegen an der Strandpromenade, weitere im Ortskern selber.
Am Strand entlang führt eine Art Strandpromenade, sodass man gemütlich von den Unterkünften, die am Strand liegen,  vorbei an der grossen Kirche (die gerade renoviert wird) ins Ortszentrum spazieren kann. Der Strand ist ein Steinstrand. Die meisten Unterkünfte am Strand vermieten auch Liegestühle und Sonnenschirme (oder stellen sie ihren Gästen gratis zur Verfügung). Sauberes, klares Wasser.
Das „Zentrum“ ist die kleine Plateia, wo sich Kiosk, Post, Patisserie, Kafenio und Bars befinden. Von dort geht ein Strässchen hinunter Richtung Meer und weiteren Geschäften sowie einer  Art Platz/Fussgängerzone, dazu die Strasse hoch hinaus aus dem Dorf Richtung Megalo Chorio und eine Strasse parallell zum Meer, wo weitere Tavernen, Bank und Supermarkt liegen (und wo man mit dem Auto fahren kann Richtung Strand).
Beim Zugang zum Hafen befindet sich die touristische Agentur Stefanakis, wo man Auto mieten und Schiffstickets kaufen kann. An der Promenade sticht das Polizeigebäude hervor, es wurde im italienischen Stil erbaut (italienische Besatzung von 1912-48).
Busverbindungen gibt es ab Livadia nach Megalo Chorio und weiter nach Agios Antonios und Eristos Beach. Jeweils am Sonntag Busausflug zum Agios Pandeleimon-Kloster. An der Strandpromenade gibt es einen kleinen Stand, wo während der Saison Bootstouren angeboten werden.
Eine Tankstelle befindet sich ausserhalb von Livadia an der Strasse nach Megalo Chorio.  Von Livadia aus kann man gleich mehrere schöne Wanderungen unternehmen: unter anderem nach Mikro Chorio, zur Lethra- und zur Red-Beach, zum Despoti Nero-Strand und der erlassenen Siedlung Yera, hinauf zum Kastro Agriosykia,… Im Tourisoffice an der Strandpromenade gibt es eine Inselkarte, wo grob verschiedene Wandermöglichkeiten eingezeichnet und kurz beschreiben sind (kostet Euro 2.-, sogar in Deutsch erhältlich). Im Supermarkt Tilos in der Parallellstrasse zum Meer gibt es die teure aber ausgezeichnete Karte von Skai maps, wo die Wanderwege eingezeichnet sind und auch beschrieben sind, nebst weiteren interessanten Informationen (kostet Euro 7.-)
Livadia begeisterte uns nicht sofort. Es ist ein kleiner Hafenort, wo man alles nötige findet, und es ist ein guter Ausgangsort, um die Insel zu entdecken. Wir waren recht erstaunt über die doch recht beachtliche Zahl an englischen und skandinavischen Pauschaltouristen, die vor allem von Rhodos her hinüberkamen. Livadia ist sicher nicht gerade der malerischste und idyllischste Ort, aber die Umgebung und die Wandermöglichkeiten sind wunderschön. Es lohnt sich, Tilos zu entdecken!

 
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Die verlassene Siedlung Yera
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Die verlassene Siedlung Yera

Viel kann ich über Yera nicht erzählen (wird auch in Reiseführern nicht gross beschrieben), ich will es aber trotzdem erwähnen, weil es ein so idyllischer Ort ist (und damit ich meine schönen Fotos zeigen kann!). Yera ist eine verlassene Siedlung, die im Ostteil der Insel liegt, etwas oberhalb der Buchten Despoti Nero und Ai Zacharias.
Wir sind zu Fuss dorthin gewandert, es war eine sehr schöne Tour! Wir begannen die Wanderung von Livadia aus, gingen zum östlichen Ende der Bucht (Richtung Mole Agios Stefanos), vorbei am hübschen Kirchlein Agios Ioannis. Ein toller Pfad führt an der Bergflanke entlang. Im Flussbett mit den Oleandern hielten wir uns links (also über dem Meer entlang weiter, nicht das Tal hoch) Richtung Despoti Nero. Wir sind dann aber nicht hinunter zum Strand, sondern bleiben auf dem Höhenpfad und kamen so nach Yera.
Im Wanderführer steht ganz kurz, Yera sei ein eindrucksvolles Ruinendorf, in dem nur noch Ziegen hausen. Die letzten Familien seien um 1960 weggezogen. Als ich mich beim Wirt des Kafenio Omonia nach Yera erkundigte, sagte er, die Leute dort seien Bauern und Viehzüchter gewesen, seien aber schon länger her von dort weggezogen. Nun lebe niemand mehr dort.
Schade, die Lage des Dorfes ist sehr schön. Eine sanfte Senke mit einigen Bäumen und ehemaligen Feldern, dahinter karge Hügelzüge, und das tiefblaue Meer. Von den Häusern sind Ruinen erhalten, zum Teil nur noch hausmauern, zum Teil noch mit Dächern.  Ziegen klettern in den Gassen umher. Vor dem Ort ist sehr gut der ehemalige Dreschplatz erkennbar.
Ein friedliches Plätzchen, uns gefällt es hier. Und auch die Wanderung hierher war schön  - wir können einen Abstecher nach Yera nur empfehlen! Wer nicht auf dem gleichen Pfad zurückwandern will, kann im Flusstal mit den Oleandern das Tal hochgehen zu den Quellen, weiter den Berg hinauf, über den Sattel hinüber, dann kommt man auf eine Schotterstrasse zwischen den Hügeln Vounos und Thymaderi, und später führt ein Pfad hinunter nach Livadia. Eine schöne Rundwanderung!

 
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