Nicht wegzudenken aus dem Landschaftsbild auf Tinos sind die Taubentürme – um die 800 soll es davon geben. Diese „Peristeronas“ = Taubenhäuser (peristeri = Taube) sind oft wahre architektonische Kunstwerke mit ihren filigranen Verzierungen.
Die Taubenzucht wurde von den Venezianern auf Tinos eingeführt. Die venezianischen Adeligen schätzten das zarte Fleisch, die vielen Eier und den üppigen Mist, den sie als Felddünger einsetzten.
Die Türme haben einen quadratischen Grundriss. Auf drei Seiten, ausser zur windigen Nordseite hin, befinden sich die Taubenkammern mit ihren Ein- und Ausflugslöchern. Diese Zugänge sind mit dünnen Schieferplatten verziert, so entstehen Rhomben, Pyramiden und Kreise, die richtige Kunstwerke und schöne Muster bilden. Sie bieten geschützte Winkel für die Tauben, die hier gerne nisten. Im Obergeschoss der Türme befinden sich die Nistplätze, der untere Teil wird als Scheune oder Abstellraum benützt. Die meisten Türme stehen im Gebiet von Kampos und Tarampados. Einige werden auch heute noch benützt, das zarte Taubenfleisch wird immer noch als Delikatesse geschätzt. Andere Türme wurden renoviert und zum Teil als Wohnhaus umfunktioniert. Diese typische Architektur wird auch heute noch bei „normalen“ Bauten als Dekorationselement verwendet.
Eine Charakteristik der Insel Tinos.