Milos ist vulkanischen Ursprungs, das hat der Insel ihre eigene Charakteristik gegeben. Das Vulkangestein, aus dem Milos besteht, ist zwischen 2.5 und 0.5 Millionen Jahre alt. Die zwei Inselteile umschliessen einen tief eingeschnittenen Golf, eine fast runde Bucht und besitzen somit einen grossen Naturhafen. Noch heute brodelt Lava in Milos‘ Inneren, warme Thermalquellen steigen an die Oberfläche und heisse Dämpfe treten aus. Milos ist reich an Mineralien und hat eine ungewöhnliche Bodengestalt. Dies zeigt sich in den unterschiedlichsten Gesteinsformationen und den ungewöhnlichen Farben seiner Felswände: weiss, schwarz, grau, ockerfarben, goldgelb, rosa, dunkelrot… - eine interessante Kombination von Farben und Formen, die das Meer und der Boden geschaffen haben.
Milos war schon früh besiedelt, wohl weil dort der vulkanische schwarze Obsidian vorkam, der sich dank seiner scharfen, harten Abbruchkanten sehr gut eignete für die Herstellung von Werkzeugen. Obsidian wurde schon im Altertum exportiert, und in der Antike wurde auch Schwefel und Bimsstein abgebaut.
Heute noch lebt Milos vom Bergbau und dem Abbau von Mineralien. Vor allem im Westen der Insel sind zahlreiche Steinbrüche zu finden. Das schafft einige Arbeitsplätze, wohl auch ein Grund, warum der grosse Tourismus auf Milos noch nicht so stark Einzug gehalten hat. Vielfältige Bodenschätze kommen auf Milos vor, und die vulkanische Aktivität produzierte wertvolle Metalle und Mineralien. Betonit, Perlit, Kaolin und Baryt sind nur einige von davon.
Auch als Besucher kommt man in Kontakt mit dem vulkanischen Ursprung von Milos. Der höchste Berg der Insel, der Profitis Ilias (748 m), wie auch der Burgberg von Plaka bestehen aus Lava, die Küstengebiete aus Bimsstein. Vor allem, wenn man mit dem Schiff unterwegs ist, sieht man die verschiedenfarbigen Gesteinsschichten an den Küstenfelsen, u.a. bei Paliochori, Tsigrado und Firiplaka – ein abwechslungsreiches Bild. Die Katakomben bei Tripiti sind ins weiche Tuffgestein gegraben. Und an einigen Stellen der Insel treten heisses Wasser und Dämpfe an die Oberfläche, so zum Beispiel bei Atmoloutra, Loutra Lakkou, Kanava, Loutra Aliki und Paliochori. Schon im Altertum war Milos für seine Heilbäder und heissen Quellen bekannt. Charakteristisch sind auch die weissen Bimssteinfelsen bei Sarakiniko, sie gleichen fast einer Mondlandschaft. Oder die reiche Küstenlandschaft bei Papafrangos mit ihren zerklüfteten Bimssteinformationen: Grotten, Durchbrüche, ein tiefer Fjord. Eindrücklich ist auch die Küstenlandschaft bei Kleftiko, wo das vulkanische Gestein verformt und ausgehöhlt wurde. So findet man senkrechte Steilwände, aus dem Wasser ragende Felstürme, Höhlen, Torbogen und Grotten.
Die Kehrseite des vulkanischen Ursprungs ist, dass einige Teile der Insel (u.a. die Ostküste) aufgrund der Steinbrüche und des Bergbaus aufgebrochen, zerwühlt und wenig attraktiv sind. Die Vorteile sind jedoch die bizarren Küstenlandschaften und farbigen Gesteinsschichten, die man auf Milos findet.