Nauplia oder Nafplion auf griechisch ist heute eine charmante kleine Stadt am Golf von Argos auf dem Peloponnes, von 1828 bis 1834 war es die erste Hauptstadt des befreiten Griechenlands. Wahrzeichen der Stadt sind die 2 Hügel mit den gewaltigen Burganlagen und die Burg auf dem kleinen Inselchen. Die Festung Akronauplia liegt auf den niedereren der beiden Felsen und Teile davon werden heute als Hotel benützt. Die Festung Bourtzi befindet sich auf einem kleinen Inselchen vor dem Hafen von Nafplion. Sie wurde um 1700 von den venezianern erbaut, die damals nachts eine eiserne Kette von Bourtzi nach Nafplion spannten, um den Hafen abzusperren.
Unbedingt einen Besuch wert ist die ausgedehnte uneinnehmbare Burganlage der Palamidi-Festung. Um die 850 in Felsen gehauene Stufen führen unter gemauerten Torbögen hinauf – weniger schweisstreibend aber auch weniger interessant ist die 3 km lange Asphaltstrasse hinauf. Oben wird man belohnt mit einer herrlichen Aussicht auf die Stadt und den argolischen Golf. Palamidi gilt als die stärkste Festung Griechenlands. Sie wurde im frühen 18. Jh. von den Venezianern auf dem 220 m hohen Hügel erbaut und überragt weithin sichtbar die Stadt. Benannt ist die Palamidi-Festung nach Palamides, der im Epos Ilias von Homer erwähnt wird. Er war ein weiser Ratgeber der Griechen im trojanischen Krieg und gilt als Erfinder der Buchstaben, der Masseinheiten und des Rechnens.
Nicht nur wegen der gewaltigen Burganlage ist Nafplion sehenswert. Die Altstadt bietet viel Charme, mit klassizistischen Gebäuden, blumengeschmückten Balkonen, Springbrunnen aus türkischer Zeit, hübschen Gässchen, einladenden Strassencafés und dem schönen Platz Syntagmatos, dem Verfassungsplatz. Hier ist das Zentrum der Altstadt, dahinter liegt die Staikopoulou-Strasse mit zahlreichen Tavernen und Geschäften. An deren östlichen Ende liegt etwas oberhalb die Kirche des Heiligen Spiridonos, die 1702 erbaut wurde. Sie war Schauplatz eines politischen Attentates, denn 1831 erschoss ein Maniote hier den griechischen Ministerpräsidenten Jannis Kapodistrias, als er zur Kirche ging. Die Spur der Pistolenkugel ist rechts neben dem oberen Eingang unter einer kleinen Glasplatte zu sehen.
Am Syntagmatos-Platz befindet sich auch das archäologische Museum im Gebäude der venezianischen Kaserne aus dem Jahre 1713. Hier sind einige der grossartigen Funde aus Mykene und Tiryns (mykenische Burg) ausgestellt. Montags geschlossen. In der Staikopoulou-Strasse befindet sich ein kleines Komboloi-Museum. Komboloia sind diese Spielketten, die einem Rosenkranz ähneln und die die griechischen Männer gerne zum Zeitvertreib durch die Finger gleiten lassen. In diesem Museum sind Komboloia aus den Jahren 1750 – 1950 zu sehen. In den Gassen von Nafplion findet man auch hübsche Komboloia zu akufen – zum Spielen, als originelles Mitbringsel oder auch als Dekoration. Auch ein Volkskundliches Museum gibt es in Nafplion, an der Ipsilanti-Strasse. Es zeigt Trachten, kunsthandwerkliche Erzeugnisse und diverse Gerätschaften. Ebenfalls befinden sich 2 Moscheen am Hauptplatz. Die eine dient heute als Kino und Theater, die andere war von 1825-28 Versammlungsort des griechischen Parlamentes (war vor einiger Zeit in Restauration).
Zahlreiche Tavernen und Cafés laden zum Verweilen ein. Besonders einladend ist die Atmosphäre um den Verfassungsplatz. Nafplion ist auch ein beliebtes Wochenend- und Ausflugsziel der Athener.