Epirus ist eine sehr gebirgige Region mit vielen Flüssen und Brücken waren somit nötig zur besseren Verbindung. Denn viele Einwohner waren im Fernhandel tätig. Handelswege führten bis nach Albanien, Österreich, Rumänien und in andere Gegenden des Balkan. Der Transport der Güter fand oft mit Mauleseln statt. Zu jener Zeit gab es den Beruf des Maulesel-Treibers. Diese besassen oft 20-30 Tiere, die sie benützten, um Güter zu transportieren, die sie sowohl kauften wie auch verkauften. Die Pfade waren also geschäftige Handelsrouten und man hatte Interesse daran, sie in gutem Zustand zu halten. Einige sind kilometerlang mit Pflastersteinen besetzt. Vor allem im Winter, wenn die Flüsse viel Wasser hatten, waren Brücken notwendig, um den Transport auf den Handelsrouten fortsetzen zu können.
Um die 190 Brücken soll es im Epirus geben. Sie sind aus lokalem Stein erbaut. Meist bestehen sie aus einem elegant geschwungenen Bogen, seltener sind sie auch dreibogig (wie die Plakida-Brücke bei Kipi). Sie sind ca. 1,5 m breit. Oft findet man steinerne Querleisten im Pflaster auf der Brücke, um den Tieren besseren Halt zu geben beim Überqueren.
Eine sehr bekannte Brücke ist die 3-bogige Brücke "tou Plakidou" oder auch "Kalogeriko" genannt beim Dorf Kipi (oder Kipoi) in der Zentral-Zagoria-Region. Sie verbindet die Vikosufer. Den Namen Kalogeriko erhielt sie, weil sie 1814 vom Mönch Serafim gebaut wurde, einem Mönch (=kalogeros) des Klosters in Vitsa. Im Jahre 1865 wurde sie von Alexis Plakidas renoviert, daher der 2. Name tou Plakidou.
Die einbogige Brücke von Kleidonia führt über den Fluss Voidomatis, die Plaka-Brücke in Zoumerka über den Fluss Arahthos (1866 gebaut). Die einbogige Brücke von Konitsa liegt in der Mündung des Flusses Aoos, wurde 1870 gebaut und ist 40 m lang und 20 m hoch. Obwohl viele der Brücken schon sehr alt sind, sind sie immer noch stabil und standhaft und wirken elegant und leicht. Sie gehören unverkennbar zum Landschaftsbild von Epirus.