Das Heraion ist das bedeutendste antike Heiligtum auf Samos. Es liegt ca. 7 km von Pythagorion entfernt, nahe des kleinen Ortes Ireon. Leider ist von der einstigen Grösse und Schönheit des Heiligtums nicht mehr viel vorhanden. Man muss aber wissen, dass hier einst ein gigantischer Tempel zu Ehren der Göttin Hera stand. Sein Grundriss war 112 x 55 m (andere Quellen sagen 108 x 55 m) und er war von 150 etwa 20 m hohen Säulen umgeben. Leider wurde dieser Riesentempel nie ganz fertig gebaut, aber man kann sich die einstige Pracht mit etwas Fantasie vorstellen.
Schon in Urzeiten wurde hier eine Fruchtbarkeitsgöttin verehrt, später wurde die Kultstätte der Göttin Hera geweiht. Zuerst mit einem kleinen Schrein, dann mit einem ersten kleinen Tempel wurde Hera, die Natur- und Fruchtbarkeitsgöttin verehrt. Als das Ansehen von Samos im 6. Jh. wuchs und es zu einer der mächtigsten Inseln der Ägäis aufstieg, musste natürlich ein grösserer Tempel her. 10 Jahre wurde daran gebaut, der Grundriss war 105m Länge und 52 m Breite und zahlreiche Säulen umgaben ihn. Leider währte die Pracht des grössten Tempels seiner Zeit nicht lange, denn Dachstuhl und Gebälk waren aus Holz und der Tempel brannte vollständig nieder. Das war die Chance für den Tyrannen Polykrates, einen noch grösseren und noch schöneren Tempel zu bauen – der jedoch nie ganz vollendet wurde. Nach dem Tod von Polykrates schwand die wirtschaftliche Macht von Samos und es wurde unmöglich, den Tempel fertig zu bauen.
Noch steht eine einzige Säule, die“ Kolona“, mit ihrem 10 m Höhe nur noch halb so hoch wie ursprünglich. Man erkennt den Grundriss des Tempels und sieht einige Säulensockel und Kapitelle. Weitere Mauern gehören zu einer frühchristlichen Basilika, zu Thermen, der Heiligen Strasse, weiteren Tempeln und zum grossen Hera-Altar, wo der Göttin Tieropfer dargebracht wurden. Dort blüht auch ein Lygos-Strauch, der der Göttin Hera heilig war. Besonders schön sind auch die 2 Statuen, denen die Köpfe fehlen, die sogenannte Geneleos-Gruppe.
Es sind keine weltbewegenden Ausgrabungen, aber eine schöne Lage in der Tiganiou-Bucht und eine wichtige Sehenswürdigkeit auf Samos. Stellen Sie sich im Hinterkopf die gewaltigen Ausmasse des damaligen Tempels vor, dann wirkt die Anlage gleich eindrücklicher.
Montags geschlossen. Meist vormittags bis nach dem Mittag geöffnet.