Ich kann mich erinnern als Kind ein Buch über die Inseln Griechenlands durchgeblättert zu haben. Dabei viel mir eine Insel ganz besonders auf. Syros, mit seinen beiden bebauten Hügeln und den imposanten Kirchen / Klostern auf seinen Spitzen.
Irgendwie faszinierte mich dieser Anblick und ich stellte mir immer vor die beiden Hügel mit den vielen engen Strassen zu besteigen um die Aussicht von da zu geniessen.
20 Jahre und eine zerflossene Liebe später lief meine Faire den Hafen von Ermoupolis an. Schon von weitem ist der Blick der kleinen Hafenstadt einfach atemberaubend.
Mit dem Rucksack bewaffnet ging es durch die malerischen Strassen Richtung
Hotel Omiros, das ich mir am Vorabend übers Internet gebucht hatte.
Ich kam aus dem Staunen nicht heraus... die Grösse der Bauwerke überrascht und zeugt vom Wohlstand der Insel die noch vor Piräus die erste Hafenmetropole Griechenlands war.
Jede Gasse ist ein wahrer Leckerbissen... Neoklassizistische Häuser so weit man blicken kann. Alle bestens gepflegt und herausgeputzt.
Nachdem ich mein Zimmer im Omyros bezogen hatte (ebenfalls neoklassizistisch) hielt mich auch schon nichts mehr im Hotel. Ich musste mir die Stadt genauer ansehen.
Als ich die Hafenpromenade entlang lief ist mir der Hafenpier aufgefallen der sich mehrere hundert Meter ins Meer erstreckt.
Ein Weg mitten ins Blau. Alle paar Meter eine Steinbank zum ausruhen oder einfach nur den wunderbaren Blick in sich aufsaugen. Viele Einheimische kommen hier raus um eben mal kurz die Angelrute auszuwerfen oder einen gemütlichen Spaziergang zu machen.
Am Ende des Piers angekommen öffnet sich der in einer halbkreisförmigen Art zu einem kleinen Plätzchen. Dreht man sich nun um blickt man auf die prachtvolle Aussicht von Ermoupolis.
Ein Gefühl wie damals beim durchblättern des Bildbandes... Zeitlos und einfach nur wunderschön. Währe die Hitze nicht so hoch gewesen und mein Magen so leer, hätte ich noch Ewigkeiten auf dem Steinmäuerchen gesessen um alles in mich aufzusaugen...
Für mich war klar, abends würde ich wieder hier sein um den Blick auf das erleuchtet Ermoupolis zu sehen.
Nach einem langen und erfüllten Tag schlenderte ich den auch den nun bekannten Pier herunter und konnte es kaum fassen... Vollmond, alles um mich in sein freundliches Licht gebadet. In der ferne grüssten die Lichter von Mykonos und Tinos, während hinter mir Ermoupolis fröhlich vor sich her funkelte.
Liebeskummer hin oder her... bei so einem Anblick verschliessen Wunden und öffnet sich die Seele.
Einer meiner Lieblingsplätze... würde ich auf Syros leben würde ich wohl ein Zelt auf dem Pier aufschlagen ;-)