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Lesbos

Die Insel Lesbos liegt in der Nordost-Ägäis und ist im Norden nur etwa 10 km von der türkischen  Küste entfernt. Mit einer Fläche von 1.635,9 km²[1]  ist sie die drittgrößte Insel Griechenlands. An der Südküste ragen zwei Buchten weit in die Insel hinein. Die höchste Erhebung ist der Olympos mit 968 m[2] Höhe.

Größte Städte sind der Hauptort der Insel Mytilini sowie Kalloni, Methymna, Plomari, Agiassos und Petra.



Geschichte
Die Insel ist seit der Bronzezeit besiedelt. Erstmalig wurde sie in Aufzeichnungen der Hethiter als Laspa erwähnt.

In der Antike war sie bedeutend wegen der Hafenstadt Mytilene. Erwähnenswert ist die Belagerung Mytilenes im Jahr 406 v. Chr. durch die spartanische Flotte unter Kallikratidas, der den Feldherrn Konon mit dem Gros der athenischen Flotte im Hafen eingeschlossen hatte. Die Athener sandten eine Hilfsflotte und konnten die Eingeschlossenen in der Schlacht bei den Arginusen befreien.

Im Mittelalter wurde die Insel 1355 vom byzantinischen Kaiser Johannes V. Palaiologos dem genuesischen Patrizier Francesco Gattilusio als Dank für dessen Waffenhilfe im Kampf gegen den Gegenkaiser Johannes VI. Kantakuzenos als erbliche Herrschaft verliehen. Die Herrschaft der Gattilusio endete 1462 mit der Eroberung der Insel durch die Osmanen. Bis zur Unabhängigkeit Griechenlands verblieb die Insel beim Osmanischen Reich.

Im Zweiten Weltkrieg wurde Lesbos von deutschen Truppen besetzt.
Koordinaten:
39° 12′ N, 26° 18′ O
Höchste Erhebung.:
Vigla (Leptimos Gebirge)
968 m
Fläche:
1.635,9 km²
Einwohner:
90.643 (2001)
Sitz:
Mytilini
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Quelle: Wikipedia
 
 
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Römischer Aquädukt bei Moria
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Römischer Aquädukt bei Moria

Ca. 7 km nordwestlich der Hauptstadt Mytillini im Inselinneren befindet sich das von Olivenhainen umgebene Dorf Moria. Besucher kommen hauptsächlich hierher, um den wenig ausserhalb des Dorfes gelegenen römischen Aquädukt zu sehen (ca. 600 m (andere sagen 750 m) südwestlich). Insgesamt ist er 170 m lang, noch mehrere Bögen sind erhalten geblieben. Er hat in der Mitte 3 Stockwerke und ist 26 m hoch. Der Aquädukt war Teil einer römischen Wasserleitung, die Mytillini mit Wasser aus dem 26 km entfernten Gebiet von Agiassos versorgte. Er wurde irgendwann zwischen dem 1. Und 3. Jh. n. Chr. erbaut. 
Die Bögen sind nicht mehr alle komplett erhalten. Dennoch ist es eindrücklich, solche „uralte“ Technik zu sehen, die seit Jahrhunderten fast unverwüstlich dasteht, mit ihrer eindrucksvollen Konstruktion und beträchtlicher Höhe, idyllisch umgeben von Olivenbäumen.

 
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Das Agios Raffail-Kloster, seine Wunder und Legenden
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Das Agios Raffail-Kloster, seine Wunder und Legenden

Das Agios Raffail-Kloster oberhalb Thermi ist ein junges Kloster, aber eine sehr bedeutende Wallfahrtsstätte, zu der auch Griechen von anderen Inseln anreisen und auf wundertätige Heilung ihrer Krankheiten hoffen. Das Kloster wurde 1963 gegründet, zu verdanken ist es dem Fleiss und der Tatkraft der Äbtissin Evgenia. Sie hat das Kloster mit Spenden von Gläubigen und mit finanzieller Hilfe ihres Vaters erbauen lassen. Sie ist auch sonst eine sehr aktive Person: sie verfasst Bücher über die zahlreichen Wunder, die der Heilige Raffail unter den Pilgern und Gläubigen bewirkt hat – und das sind einige, denn es gibt schon mehrere Bände über die Wundertaten (die Bücher sind im Buchladen des Klosters erhältlich). Die Äbtissin wurde sogar für ihre Werke mit dem Literaturpreis des Verbandes griechischer Schriftsteller ausgezeichnet.
Es geschah im Jahre 1957. Bei Bauarbeiten für eine kleine Kapelle stiessen Arbeiter auf ein duftendes (!) Skelett, einen Schädel ohne Unterkiefer und einen Ziegelstein mit eingeritztem Kreuz. Und schon begannen die Wunder. Die in einen Sack gepackten Gebeine gaben komische Geräusche von sich, dufteten nach Weihrauch und liessen sich nicht wegtransportieren. Wer den Sack wegnehmen wollte, dessen Arm wurde gelähmt. Nachts hatten mehrere Besucher der Umgebung seltsame Erscheinungen. Im Schlaf erschien ihnen ein Mann, der sagte, das seien seine Gebeine, er sei ein Mönch aus Ithaka und er sei hier in Lesbos, an dieser Stelle, im Jahre 1463 von den Türken ermordet worden, zusammen mit dem Mönch Nikolaos und der kleinen Irini. Ferner gab der Erscheinende auch genaue Angaben, wo die Gebeine des heiligen Nikolaos und der Irini zu finden seien. Und so war es dann auch. Als die Türken 1463 das Kloster stürmten, nahmen sie Raffail, Nikolaos und Irini gefangen. Irini hackten sie die Hand ab, stachen ihr die Augen aus und verbrannten sie in einem Tontopf. Raffail durchbohrten sie mit Lanzen, hängten ihn kopfüber an einen Baum und sägten ihm den Unterkiefer ab. Nikolaos, auch an einen Nussbaum gehängt, erlitt glücklicherweise einen Herzinfarkt, ohne dass er noch mehr gefoltert werden konnte. Tatsächlich entdeckte man bei Ausgrabungen den Tontopf mit den verbrannten Knochen der Irini sowie die Gebeine des Heiligen Nikolaos. Diese wundersame Geschichte wird im Inneren des Klosters in der Kirche anhand von Fresken dargestellt.
Anhand von Forschungen fand man heraus, dass hier tatsächlich einst ein Kloster gestanden hatte, das von den Türken überfallen worden war. Der Fund der duftenden Gebeine, die Erscheinung und die Richtigkeit der Erzählungen grenzten an ein Wunder, und somit wurde hier im Jahre 1963 das Agios Raffail-Kloster gegründet.
In der einen Klosterkirche liegt der Sarkophag mit den Gebeinen des Heiligen Nikolaos. Er gilt als Beschützer der Kinder, nicht umsonst findet man hier Kinderkleidchen und Babyartikel bei seinem Grab. Rechts hinten steht der Sarkophag der Heiligen Irini, des Mädchens, das mit Raffail und Nikolaos gefoltert wurde. Auch sie soll Wunder vollbringen. Davon zeugen die vielen Votivtäfelchen und Gaben.  In der Nähe ihres Grabes steht ein grosser tönerner Vorratstopf, hierin hätten die Türken sie in heisses Öl getaucht, bevor sie sie verbrannt haben. In der Krypta gibt es einen Brunnen mit heiligem Wasser, das man sich abfüllen kann, um m it nach Hause zu nehmen. Auch heiliges Öl ist erhältlich.
Die Hauptkirche ist dem Heiligen Raffail dem Wundertäter geweiht. Hier befindet sich sein Marmorsarkophag. Viele Gläubige kommen hierher und bitten um Heilung von Krankheiten. Im Buchladen findet man Werke, wo die Wunder des Raffail aufgeführt sind.
Beim Klosterbesuch ist auf angemessene Kleidung zu achten.
Wie gesagt, das Raffail-Kloster ist ein neueres Kloster, das nebst den Reliquien der drei Heiligen keine besonderen herausragenden Kunstschätze vorweise kann. Interessant fand ich vor allem das „Drum und Dran“, die Legenden um die geheimnisvollen Knochen, die Erscheinungen, die wundersamen Geschichten der Heiligen, die Wunde rund Heilungen. Und natürlich darf man die  die Wichtigkeit des Klosters als Pilgerziel nicht unterschätzen. Eindrücklich, wie die Gläubigen ihre Wünsche und Hoffnungen vorbringen,  sich heiligen Wasser und Öl abfüllen, um es mit nach Hause zu nehmen. Mich beeindruckt ihr Gottvertrauen, ihre Hoffnung auf Wunder.

 
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Das Kloster Limonos
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Das Kloster Limonos

Das Kloster Limonos ist nebst dem neueren Kloster Agios Raffail das wichtigste und grösste Kloster der Insel – und um einiges älter als Agios Raffail. Schon in alter Zeit hatte hier einst ein Kloster gestanden, das aber aufgegeben oder zerstört wurde. Der Mönch Ignatios liess im Jahre 1527 Limonos wieder neu errichten. Ignatios wurde heiliggesprochen und ist der Schutzheilige der Region. Seine Reliquien gelten als wundertätig.
Limonos gilt als Hort der griechischen Sprache und Kultur. Zur Zeit der Türkenherrschaft wurde es zum geistigen Zentrum von Lesbos. Obwohl es verboten war, bestand hier im Geheimen eine Schule für die griechische Sprache und Schrift. Als ich vor einigen Jahren da war, war das Kloster seiner sozialen Richtung  treu geblieben und beherbergte ein Altersheim, ein behindertenheim und ein Waisenhaus. In seinen weitläufigen Trakten.
Wie wichtig das Kloster auch heute noch ist, erkennt man an seiner Grösse und auch an den zahlreichen Kapellen, die Gläubige ausserhalb der Klostermauern errichten liessen und lassen.
Auch das Klostermuseum zählt nach demjenigen auf der heiligen Insel Patmos zu den bedeutendsten Griechenlands. Es beherbergt über 200 Ikonen, 19 Reliquien, alte Manuskripte und Handschriften, liturgische Gewänder und Geräte, Web- und Stickarbeiten. Einige der Bücher sind weit über 1000 Jahre alt.
Im zentralen Hof steht die Hauptkirche des Klosters, die vollständig mit Fresken ausgemalt ist. Nicht alle Teile des Männerklosters sind für Frauen zugänglich (zumindest war das vor einigen Jahren noch so). Im Umgang des Klosterhofes wurde jedoch extra eine kleine Kapelle errichtet, die Frauen zugänglich ist. Auch sie ist mit Fresken ausgemalt, wie auch die Kapelle des Agios Iakovos, wo die Tierdarstellungen im Paradies auch Pinguine, Giraffen, Krokodile und Elefanten umfassen.
Das Kloster ist eine grosse Anlage, ca. 5 km von Kalloni entfernt, unterhalb der Hauptstrasse. Es ist sicher einen Besuch wert, zählt es doch zu den bedeutendsten der Insel. Es liegt markant in der Ebene, an deren Rande die Hügelzüge ansteigen. Hübsch sind auch die zahlreichen Kapellen in der Umgebung. Beim Klosterbesuch auf angebrachte Kleidung achten. Ich schreibe aus der Erinnerung, die einiges zurückliegt, auch die Bilder sind nicht mehr die aktuellsten. Wer neuere Informationen hat, ist herzlich willkommen, diese zu publizieren, wir freuen uns darüber!

 
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Der Wunschbaum von Agios Therapon
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Der Wunschbaum von Agios Therapon

Etwa 20 km nordwestlich der Hauptstadt Mytillini, am Golf von Gera, in der Nähe von Loutra Korfou, befinden sich die Kapelle und der Wunschbaum des Heiligen Therapon. Dieser Baum ist eigenartig anzusehen: unzählige Stofffetzen und Kleidungsstücke sind an die Äste des Olivenbaumes geknotet. Diese Stofffetzen sind als Zeichen der Dankbarkeit zu verstehen. Kapelle und Baum sind dem Heiligen Therapon gewidmet, der zur Heilung von Krankheiten beitragen kann. Wurde man also geheilt, knüpfte man aus Dankbarkeit ein Kleidungsstück oder einen Stofffetzen an den Baum.
Der Baum liegt auf der Strassenseite zur Meerseite hin, die Kapelle steht auf der gegenüberliegenden Strassenseite. Es versteht sich von selbst, dass man dort eine Kerze anzünden geht. Glauben und Gläubigkeit sind im Leben vieler Orthodoxen stark vertreten. Davon zeugen auch die vielen Votivtafeln und Geschenke an die Heiligen, die man oft um die Ikonen herum sieht.
Nicht weit entfernt liegt der Ort Loutra Korfou. Loutra (übersetzt Bäder) weist auf ein Heilbad hin. Das Thermalwasser unterstützte den Heiligen Therapon in der Heilung von Krankheiten. Es ist um die 40 Grad heiss und leicht radioaktiv.
Sicher, der Wunschbaum ist nicht eine der herausragenden Sehenswürdigkeiten von Lesbos. Mir aber gefällt er, weil es ein eigenartiger Brauch ist, Stofffetzen an einen Baum zu knüpfen. Und all das leicht Wunderliche, der Glauben an Heilung und solche leicht mystischen Sachen faszinieren mich. Und zum Glück findet man in Griechenland viele solcher Geschichten, Wunder, Heilungen, Legenden, Unerklärliches usw. Wünsche euch viel Spass beim selber Entdecken!

 
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Molyvos
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Molyvos

Das Örtchen Molyvos mit seinem malerischen Dorfkern und der Tavernenzeile am Hafen hat mir sehr gut gefallen! Molyvos heisst offiziell Mithimna, benannt nach der antiken Stadt, die hier einst lag, aber jedermann nennt es Molyvos.
Glücklicherweise wurde Molyvos bereits 1956 unter Denkmalschutz gestellt. So konnte es sein harmonisches Dorfbild  bewahren und wurde nicht durch unpassende hässliche Neubauten verschandelt. Molyvos liegt idyllisch an einer Hügelflanke und wird überragt von der Burgruine des Kastro. Das Kastro stammt aus dem 11. Jh., wurde wie so oft unter Herrschaft der Genueser erweitert und auch von den türkischen Besetzern benutzt. Die Festungsmauern sind erhalten geblieben. Von hier oben geniesst man eine gewaltige Aussicht über die Steinhäuser des Örtchens, das blaue Meer und bei gutem Wetter sogar hinüber in die Türkei. (Eintrittsgebühr für die Besichtigung des Kastro.)
Molyvos urige Hauptgasse „Agora“ (=Marktplatz) zweigt westwärts Richtung Hügel ab und führt durch den historischen Ortskern hinauf zur Burg. Romantisch ist sie dort, wo sie von Rankpflanzen und Blütenpflanzen überspannt wird. Sie wird gesäumt von Souvenir- und Schmuckgeschäften, Kafenia, Läden der Einheimischen und Tavernen. So war es zumindest bei meinem Besuch vor einigen Jahren.
Molyvos besticht durch seine engen Gassen mit Kopfsteinpflaster und die traditionellen Natursteinhäuser mit ihren roten Ziegeldächern. Interessant sind auch die Erker und die überragenden Obergeschosse, und Farbtupfer bringen die bunt bemalten Balkone und Fenster.
Eine wichtige Strasse ist auch die moderne Strasse, die zum Hafen hinunter führt. Auch hier findet man Geschäfte, Agenturen und Tavernen. Hübsch ist der Hafen von Molyvos mit seinen alten stattlichen Häusern  und den Tavernen direkt am Wasser. Besonders stimmungsvoll ist es hier am Abend! Ouzo und Tintenfisch geniessen, oder überbackener Feta mit einem Glas Retsina, daneben plätschern die Wellen an die Hafenmole, dem Treiben zusehen und den lauen Abend geniessen….
Sicher, Molyvos ist touristisch, daran gibt es keinen Zweifel, denn von überall her auf der Insel kommen auch Tagestouristen auf ihren Sightseeingtouren in dieses traditionelle Dorf. Molyvos konnte jedoch sein schönes Ortsbild beibehalten (das auch schon als Kulisse für Filme diente). Hotelanlagen liegen etwas ausserhalb, Richtung Ortsstrand und Petra oder Richtung Strände von Eftalou. Um das Hotel Olive Press (traditionelles Hotel) dehnt sich der schmale kiesige Ortsstrand aus.  Bekannt zum Baden sind auch die Strandabschnitte bei Eftalou, ca. 4 km gegen Osten. Hier befindet sich auch das Loutra Eftalou, das Badehaus mit radioaktiven über 40 Grad heissen Quellen. Auch neben dem Badehaus im Meer entspringen warme Quellen. Hinter dem Badehaus findet man einige Strandabschnitte, abgetrennt durch Felsabschnitte.
Molyvos ist ein gut besuchter Ort, besitzt aber dennoch Flair und Charme. Umso mehr am Abend, wenn die Tagesausflügler wieder abgereist sind. Mir hat es damals sehr gut gefallen. Jedoch ist mein Besuch einige Jahre her (Bilder sind auch schon etwas älter), ich hoffe nicht, dass sich der Ort und die Atmosphäre zu sehr verändert haben! Wäre schade.

 
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Mytillini
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Mytillini

Mytillini ist die Hauptstadt der Insel und ist eine richtige „grosse“ Stadt (verglichen mit Hauptorten anderer Inseln). Hier befinden sich auch Fakultäten der „Universität der Ägäis“. Herz Mytillinis ist der Hafen mit seiner Promenade, die Prokymaia genannt wird. Hier schlängelt sich zwar ziemlich der Verkehr durch, aber bei den breiten Trottoirs sind zahlreiche Terrassencafés zu finden, wo man dem lebhaften Treiben zuschaut. An der Prokymaia, neben dem Busbahnhof, steht auch die Statue der berühmten Dichterin Sappho (um 600 v. Chr.), die aus Lesbos stammt. Sie gilt als erste Lyrikerin der Weltliteratur. Im Hintergrund der Promenade stechen die silbern leuchtenden Kuppeln der Agios Therapondos-Kirche heraus – ein Postkartenmotiv. Vor der Kirche an der Promenade erheben sich einige stattliche Häuser. Die neoklassizistische Kirche wurde um 1860 errichtet, an der Stelle, wo früher einmal ein antiker Tempel gestanden hat. Sie ist die grösste Kirche der Insel und beherbergt Wandmalereien und einige wertvolle Ikonen. Gegenüber der Kirche befindet sich das Museum für byzantinische und kirchliche Kunst mit seiner Ikonensammlung, den geschnitzten Chorwänden, Kreuzen, kirchlichen Gewändern und Gefässen. Auch zwei Ikonen des bekannten Malers Theofilos, der aus Lesbos stammt, sind hier ausgestellt.
Die Ermou-Strasse ist die Haupteinkaufsstrasse der Stadt. Benannt ist sie nach dem Gott Hermes, dem Götterboten, der auch Gott der Kaufleute ist. Die Ermou und ihre Nebengassen bilden ein abwechslungsreiches Marktviertel, in dem vor allem am Morgen einiges los ist. Fleisch, Fisch, Kleider, Brot, Kaffee, Obst, Gemüse, Schmuck, Haushaltwaren – hier ist vieles zu finden. Und selbstverständlich auch Ouzo, der in Lesbos produziert wird!
Etwas zurückversetzt in einer der Seitengassen der Ermou liegt die die Mitropolis, die Kathedrale Agios Athanassios aus dem 16. Jh. (andere Quellen sagen 17. Jh.). Freistehend neben der Kirche erhebt sich der Kirchturm mit seinen 33 m. Im Inneren wird der Sarkophag des Heiligen Theodorus aufbewahrt, man kann seine Hand durch das Glas im Sarg sehen. Theodoros ist der Schutzheilige von Mytillini und hat sein Kirchenfest am 17. Februar, er soll Wunder vollbringen können. So notieren viel Gläubige ihre Wünsche und Anliegen auf Zetteln.  Theodorus wurde 1795 von den Türken erhängt. Ebenfalls sehenswert sind die Schnitzereien der Ikonostase  und des Altars.
Am Hügel oberhalb des Nordhafens in einem Wäldchen sind noch spärliche Überreste des antiken Theaters aus dem 3. Jh. v. Chr.  zu finden. Einst bot es Platz für 15‘000 Zuschauer. Viel zu besichtigen gibt es nicht: die Orchestra und einige Überreste von steinerne Sitzstufen sind erhalten geblieben. Die Stufen sollten aber in ihre ursprüngliche Lage gebracht werden, sie liegen zwischen Gras, Kräutern und Geröll. Hübsch ist aber die Lage, man hat einen Blick über das Kastro, das Meer bis hinüber in die Türkei. Ebenfalls in die Türkei blickt die Freiheitsstatue, die am südwestlichen Rande des Strandes unterhalb des Kastrohügels steht. Sie wurde aus Kupfer nach dem Vorbild der Freiheitsstatue in New York gebildet.
Oberhalb des Stadtzentrums, umgeben vom schattigen Tsamaki-Pinienwäldchen liegt das antike Kastro. An dieser Stelle stand vermutlich in alter Zeit einst die Akropolis. Das Kastro wurde in 3 verschiedenen Phasen erbaut, in der frühbyzantinischen Zeit, dann um das 14. Jh. zur Zeit des Genueser Fürsten Gattelusi und unter türkischer Herrschaft im 15. Jh. Aus dieser Zeit stammen die meisten der heute noch sichtbaren Gebäude, die jedoch grösstenteils verfallen sind. Im Inneren der Burg ist nicht mehr allzuviel zu sehen. Die Lage im Pinienwald ist jedoch idyllisch, und der Aufstieg lohnt sich auch wegen der herrlichen Aussicht. Antike Ruinen, die duftenden Pinien, die sengende Hitze – eine besondere Stimmung. Eingang durch das Tor an der Südostseite, von der Strasse „8. November“ aus zu erreichen. Meist vormittags geöffnet (Stand vor einigen Jahren), Montag geschlossen, Eintrittsgebühr. Wie gesagt, ich war vor einigen Jahren in Lesbos. Wenn jemand aktuellere Angaben hat, sind diese sehr willkommen!

 
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Plomari und der Ouzo
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Plomari und der Ouzo

Plomari ist in ganz Griechenland bekannt! Hier wird nämlich der ausgezeichnete Ouzo produziert. Plomari ist nach Mytillini die zweitgrösste Siedlung der Insel. Hier geht es jedoch ruhiger zu als in der geschäftigen Hauptstadt, und auch weniger touristisch als im Örtchen Molyvos. Plomari lebt von Fischfang, Olivenproduktion und der Produktion von Ouzo. In den Ortsgassen kann man den Anisgeschmack erschnuppern. Der Ouzo aus Lesbos, besonders derjenige aus Plomari, geniesst einen ausgezeichneten Ruf in Griechenland. Die Destillerien arbeiten noch nach althergebrachten Methoden.
Die Destillerie Barbayanni zum Beispiel ist ein Familienunternehmen, das seit 1860 besteht. Sie liegt an der Strasse nach Agios Isidoros und kann besucht werden. Natürlich kann man hier auch direkt ab Produktionsort einkaufen. Barbayanni ist erkennbar an der dunkelblauen Etikette.
Weitere Ouzo gibt es von Kefi, was übersetzt soviel heisst wie „gute Laune“. Bekannt und beliebt ist auch der Ouzo „Plomari“ in der Flasche mit schlankem Hals und Korkzapfen und oft in einer Hülle mit einem Bild des berühmten einheimischen Malers Theofilos verpackt.
Die Häuser von Plomari ziehen sich wie ein Amphitheater den hang des Olympos-Hügels empor und verteilen sich beidseitig des Flussbettes des Sedountas-Baches. Am Hafen liegt die zentrale Plateia, der „Hauptplatz“, hier sitzt man in den Kafenia, schaut dem Treiben zu, bummelt über die Plateia und trifft sich mit Freunden.
Hübsch ist die kleinere, landeinwärts gelegenen Plateia Beniamin ou Lesbiou, ebenfalls mit Kafenia. Von dort geht die Haupteinkaufsstrasse Odos Kontourioutou los. Der 3. Platz, die Plateia Platanos, wurde so benannt nach der riesigen Platane, die dort steht: es braucht 4 Männer, um den mächtigen Stamm umfassen zu können.
Interessant sind die Häuser, die über eine Art herausstehende obere Stockwerke  verfügen, welche balkonähnlich wie Erker ausgebaut wurden und so zusätzlichen Wohnraum bieten.
Für Ouzo-Trinker ist der Besuch von Plomari und seiner Ouzerien ein Muss, hier ist man an der Quelle der Produktion. Und jeder Ouzo schmeckt auch etwas anders. Hier kann man auch gut einkaufen, und Ouzo der Insel Lesbos ist ein sehr inseltypischen Produkt und gutes Mitbringsel. Mir persönlich schmeckt der Plomari-Ouzo sehr (der in der Flasche mit dem schmalen Hals und dem Korkzapfen). Jamas! Zum Wohl!

 
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Der versteinerte Wald
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Der versteinerte Wald

(In Englisch petrified forest, auf Griechisch apolithomeno dassos). Der versteinerte Wald mit seinen urzeitlichen Sequoia-Bäumen ist ein Naturphänomen, eine naturgeschichtliche Sensation und wohl eigenartigste Sehenswürdigkeit auf Lesbos. Er liegt im Westen der Insel, zwischen Sigri und Antissa (ca. 5 km abseits der Strasse, ausgeschildert mit petrified forest). Das ummauerte Gebiet des „petrified forest park“ umfasst 286 ha. Gut angelegte Fusswege führen durch das Gelände zu etwa 49 von diesen Naturdenkmälern. An der Kasse ist ein Führer in Englisch erhältlich, der dazu Erläuterungen abgibt. Einige der versteinerten Stämme sind bis zu 11 m lang, mit einem Durchmesser von teilweise über 2 m. Zum Teil liegen die Stämme am Boden, zum Teil stehen sie noch mehr oder weniger aufrecht (der höchste misst 4,3 m). Interessant sind die Farben, die diese Versteinerungen aufweisen: die Farbscala umfasst grau, rot, gelb, zum Teil auch rosa, grün bis schwarz. Man weiss nicht genau, wie alt diese Bäume sind, Schätzungen gehen von bis zu 10 Millionen Jahren aus, wahrscheinlich sind es ca. 4-6 Millionen Jahre. Damals standen hier riesige Wälder von Mammutbäumen (Sequoia). Ein gewaltiger Vulkanausbruch bedeckte die Bäume mit Lava und Asche. Heisse Quellen mit ihrem mineralhaltigen Wasser tränkten die Bäume. Siliziumdioxid drang in die Zellen der Stämme ein und formte die Holzstruktur nach. So versteinerten die Bäume. An einzelnen Stämmen kann man sogar die Jahresringe erkennen.
Das Gebiet heute ist sehr kahl und schattenlos, abgesehen von ein paar neu gepflanzten Bäumen. In dieser Felslandschaft dürfen keine Ziegen und Schafe mehr gehalten werden, so hat sich hier eine eigenen Pflanzenwelt mit Gräsern und Moosen etabliert, die man sonst auf Lesbos nicht findet und die durch Überweidung nicht entstehen könnte. Farbtupfer bieten die blühenden Oleander in der kargen Landschaft. Es empfiehlt sich, den versteinerten Wald frühmorgens zu besuchen, denn es kann in diesem Gelände sehr heiss werden (Sonnenschutz nicht vergessen!). Normalerweise den ganzen Tag über geöffnet, Eintrittsgebühr. Kiosk mit Terrasse vorhanden (Stand vor einigen Jahren. Wer erst kürzlich da war und neuere Infos hat – wir freuen uns, wenn ihr sie uns mitteilt!)

 
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