Die Sfakia, gr. Σφακιά ist eine der flächenmäßig größten Gemeinden Kretas und gehört zur Präfektur Chania. Verwaltungssitz der Sfakia ist der kleine Fischerort Chora Sfakion an der Südwestküste Kretas. Chora Sfakion hat etwa 400 Einwohner , Haupteinnahmequellen sind Tourismus, Fischerei und Schafs-Ziegenzucht. Trotz der Haupteinnahmequelle Tourismus, ist der Ort sehr ruhig und durch seine geschütze Lage ohne große Hotelbauten ein immer noch idyllisches und charmantes Fischerdorf. Dennoch soll es aber an Übernachtungsmöglichkeiten und Tavernen nicht mangeln, mit zwei - drei kleinen Hotels und etlichen «Rooms to Rent» ist für jedermann etwas dabei. Die etwa 8-9 Tavernen sorgen für die richtige Verpflegung ganz im kretischen Stil. Besonders beliebt auch die traditionellen Produkte der Bäckerei, die bis ans Festland und sogar ins Ausland liefert. Zwei Supermärkte, Bäcker und Metzger sorgen dafür, daß man sich auch selber verpflegen kann. Mehrere Souvenierläden, Cafes, Post, Geldautomaten und ein Arzt sorgen für das restliche Wohl der Urlauber und natürlich auch der Einheimischen.
Zur Geschichte der Sfakia ist zu sagen, daß sie schon bei den Aufständen v.a. gegen die Türken eine wichtige Rolle spielte. Eine der bekanntesten Personen aus der Geschichte der Sfakia dürfte zweifelos der Widerstandkämpfer Daskalogiannis sein. Auch bei der deutschen Invasion auf Kreta spielte Chora Sfakion eine wichtige Rolle, als über 10.000 alliierte Soldaten von dort aus nach Ägypten ausgeschifft wurden. Jedes Jahr im Mai gibt es dazu einen Gedenktag am Mahnmal am östlichen Rand des Ortes. Wegen der Unterstützung der alliierten Soldaten wurden daraufhin im September 1941 25 Kreter erschossen…. Die geschichtlichen Ereignisse sind hier zwar nicht vergessen und die Sfakioten gelten immer noch als besonders stolze, rauhe und mutige Menschen, aber genauso herzlich und gastfreundlich sind sie. Die «Filoxenia» Gastfreundschaft wird hier sehr betont und wichtig genommen. Chora Sfakion ist neben Paleochora einer der beiden Häfen von dem aus man mit einer Fähre auf die Insel Gavdos gelangt. Die Sfakia ist eine sehr unwegsame Region, ein großer Teil der Sfakia sind die Levka Ori, die « Weißen Bergen « mit den beiden großen Gipfeln Gingilos und Pachnes, der mit seinen 2454 Metern der zweithöchste Berg Kretas ist. Außerdem zählen die Levka Ori zu den wenigen europäischen Wüstengebieten. Die größte Schlucht Europas schlängelt sich durch die Weißen Berge, von der Omalos Ebene gelangt man in die 16Km lange Schlucht die im kleinen Fischerort Agia Roumeli am Libyschen Meer endet. Die Samaria Schlucht ist allerdings nicht die einzige beeindruckende Schlucht der Sfakia und Kretas. Viele weitere Schluchten machen die Sfakia zu einem beliebten und bekannten Gebiet für Wanderer und Naturliebhaber. Aradena Schlucht, Imbros Schlucht ,Kalligratis Schlucht, Tripiti Schlucht und viele weitere kleinere Schluchten sind hier zu erwähnen. Die gesammte Küste der Sfakia grenzt an das Libysche Meer, mit den verschiedensten Stränden und glasklarem Wasser. Einige Strände sind nur zu Fuß oder mit einem Boot zu erreichen, so wie der Glykanera, der Süßwasserstrand, etwas westlich von Chora Sfakion gelegen. Etliche kleine Strände, an denen man oft ganz alleine ist, oder die größeren Sandstrände in Frangokastello es ist alles vorhanden und somit auch ein wunderschönes Gebiet zum Schnorcheln und Tauchen, letzteres kann man in der Tauschule Notos in Chora Sfakion auch ausüben. Ein besonderer kleiner Ort ist auch Loutro, westlich von Chora Sfakion. Ein winziger Fischerort, der wie Agia Roumeli nur mit der Fähre oder zu Fuß zu erreichen ist. In einer kleinen geschützen Bucht schlängeln sich zwei Häuserreihen in denen man Zimmer und Tavernen findet für einen schönen angenehmen Aufethalt. Östlich von Chora Sfakion, auch am Libyschen Meer liegt Frangokastello eine Streusiedlung mit etwa 150 Einwohnern und mit seinem großen venezianischem Kastell. Im Mai 1771 wurde der große Widerstandskämpfer Daskalogiannis dort im Kastell gefangen genommen, 1825 fand eine weitere große Schlacht gegen das Osmanische Reich statt. Man sagt das seither jedes Jahr im Mai an einem Tag in den frühen Morgenstunden die Drosulites «Tau Schatten» kommen, die Geister der damals getöteten Kreter…. Außer den Küstenorten Chora Sfakion, Frangokastello, Loutro und Agia Roumeli gibt es auch einige schöne Bergdörfer, wie Imbros und Askifou, mit den gleichnamigen Ebenen. Letzteres, Askifou bildet sich aus mehreren Siedlungen rund um die Ebene, am nördöstlichen Rand der Ebene befindet sich ein weiteres türkisches Kastell, an dem wichtige Schlachten ausgetragen wurden. In Askifou überwiegt die Landwirtschaft einige große Felder erstrecken sich über die ganze Ebene. Durch diese beiden Ebenen gelangt man außerdem über die Straßenverbindung mit der man von der Nordküste aus nach Chora Sfakion fährt. Eine inzwischen gut ausgebaute Straße schlängelt sich von Vrisses aus durch die Berge bis hin nach Chora Sfakion. In den Osten gelangt man nur noch hoch in die Berge, zu den beiden Orten Anopolis und Agios Ioannis. Anopolis ist eine Art Streusiedlung, hat aber trotzdem einen Ortskern, mit einem kleinen Platz auf dem eine Gedenkstätte des Daskalogiannis steht. Eine große Käserei und die Produktion von Honig sowie Schafs- und Ziegenzucht sind die wichtigsten Tätigkeiten der Anopolitaner.Zwischen den beiden Orten Anopolis und Ag. Ioannis liegt der verlassene Ort Aradena. Eine Familienfehde erlöschte den kompletten Ort. An dieser Stelle ist auch der Einstieg in die Aradena Schlucht und man findet dort die einzige stählerne Brücke Kretas, die Brücke über die Schlucht in 150 Meter Höhe mit einem fantastischen Blick in die Tiefe; die Brücke ist außerdem ein sehr beliebter Treffpunkt für Bungeespringer, es wurde extra eine kleine Plattform für die Springer mittig der Brücke gefertigt. Von Chora Sfakion gelangt man mit dem Auto in den Westen bis an das Ende der Region Sfakia. Durch die Orte Komitades, Vouvas, Agios Nektarios, Frangokastello, etwas im Hinterland Patzianos und Kapsodasos weiter westlich von Frangokastello dann Skaloti und Argoules, bis man kurz vor Rodakino die Region Sfakia verläßt und in die Region Finikas gelangt, weiter nach Plakias und von dort aus auch wieder in Richtung Norden kommt. Trotz der eher wenigen Dörfer und Siedlungen in der ganzen Region Sfakia, gibt es wie überall auf der Insel zahlreiche kleine Kirchen und Kapellen, zu erwähnen wäre hier nur Chora Sfakion, das einst mit sage und schreibe 100 Kirchlein ausgestattet war, viele dieser Kirchen und Kapellen erkennt man nur noch an einem kleinen Kreuz oder einer Ikonostase, andere wiederum sind sehr gut erhalten. Zu all den 100 Kirchen gibt es das Buch «Searching for the hundret churches of Chora Sfakion» das u.a. auszugsweise im Internet zu ersehen ist. Besonders zu erwähnen wären hier die Kirchen Agion Apostolon, am oberen nördlichen Rand von Chora Sfakion oder die Ag Antonis Kirche, eine kleine Felsenkapelle zu der man einige Treppen hinaufsteigen muß, sie erreicht man am Ortsausgang an der Straße Richtung Anopolis. Zusammenfassend wären als Sehenswürdigkeiten also zu erwähnen, die Schluchten, das Kastell in Frangokastello, das kleine türkische Kastell in Askifou, ein Kriegsmuseum in Askifou, Aradena mit der Brücke….. Kleine Geheimtips sind zum einen die Serpentinen nach Kalligratis. Im Hinterland von Frangokastello am östlichen Ortsende von Patzianos gelangt man auf diese enge und steile Serpentinenstrasse mit faszinierender Sicht auf Frangokastello. Ein weiterer Tip ist Livadiana, dorthin gelangt man kurz vor der Aradenabrücke, auf einer z.T. asphaltierten und z.T. noch Schotterpiste Richtung Küste. In Livadiana ist eine kleine Taverna, betrieben von Tillman. Dort sitz man unter einer schattigen Pergola und kann seinen Blick auf das Lybische Meer schweifen lassen …. |
Präfekturbezirk: Chania
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Geodaten: 35° 12′ N, 24° 8′ O
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Höchste Erhebung: 2453m Pachnes
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Fläche: 467,6 km²
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Einwohner: 2.446
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Sitz: Chora Sfakion
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